Ivana meets Paula

Paula über die Herausforderung immer kreativ sein zu müssen, Kommunikation zu visualisieren und dem Aachener Weihnachtsmarkt zu widerstehen. 

Was bedeutet Kreativität für dich? Wie würdest du es im Zusammenhang mit deinem Studium beschreiben?
Wie groß ist der Anteil an Kreativität in deinem Studium?
Paula, wo siehst du dich in 10 Jahren?
Zeig uns eine Eigenschaft, die man in deinem Studium definitiv benötigt!

Wie bist du zu diesem Studiengang/Beruf gekommen?

Es könnten mehrere Gründe sein: Einmal war mir der Beruf durch meine Eltern schon bekannt, wobei ich diesen aber nicht später einschlagen wollte. Erst als ich mich tiefer gehend mit meinen Möglichkeiten im kreativen Bereich auseinandersetzte und ich einen weitreichenden Einblick in einige Berufszweige durch das FSJ bekam, kam ich von der reinen Ausbildung zur Bühnenplastikerin ab. Für mich vereint der Beruf des Kommunikationsdesigners viele meiner Interessensfelder wie bspw. Psychologie, welche unter anderem behandelt wie Wahrnehmung beeinflusst werden kann und die Gestaltung setzt diese ästhetisch aber sinngebend um.

Hast du dich schon früher, vor dem Studium viel damit beschäftigt?

Es war wohl kaum zu umgehen, dass ich früh angefangen hab mich mit der Materie auseinander zu setzen. In der Schulzeit kam dann noch die Schülerzeitung dazu, in der ich redaktionell und illustrativ gearbeitet hab. Auch als ich die Schule wechselte half ich weiter. Im FSJ an der Tonhalle bekam ich dann den Einblick den ich benötigte um mir ein konkretes Bild machen zu können. Zu meinen Aufgaben gehörten die Betreuung der Facebookseite (Aktionen überlegen zB. „WeihnachtsGewinn-Specials, Fotostrecken der aktuellsten Konzerte hochladen etc.), Interviews mit den Künstlern führen und Previewtrailer für anstehende Konzerte filmen und schneiden u.v.m. Vorallem im Fotografie- und Filmbereich wurde ich von ausgebildeten Fotografen betreut und ich erarbeitete neue Spielkalender und Werbeplakate mit der Werbeagentur „Moxie Collective“ für die Tonhalle.

Welche Aspekte waren bei der Berufswahl für dich entscheidend?

Mein Fokus liegt nicht auf dem Geld, auch wenn mehr Geld zugegeben ein schöner Nebeneffekt sein kann. Mir ist es wichtig, dass ich mir auch in 20 und in 40 Jahren vorstellen kann diesen Beruf mit Freude ausüben zu können und ich mich weiter entwickeln, neue Bereiche austesten und somit mein Tätigkeitsgebiet und -angebot ausweiten kann.

Was interessiert dich besonders an deinem Studiengang/Beruf?

Der Beruf der Kommunikationsdesigners ist ein breites Feld und so ermöglicht der Studiengang auch viele Berufszweige auf die man sich spezialisieren kann. Es werden diverse Fähigkeiten benötigt um später ein guter Kommunikationsdesigner zu werden: an erster Stelle natürlich die Kreativität bei der Ideenfindung, die Idee konzeptionell und an den Kunden angepasst umzusetzen, mit unterschiedlichsten Medien arbeiten zu können und auch wie man mit dem Kunden kommuniziert, ihn und seine Wünsche einbezieht und wie man am Ende das Produkt präsentiert. Dazu gehören also Kreativität, konzeptionelles Denken, sowie Psychologie.

Wie hast du dir damals dieses Studium/Beruf vorgestellt? Haben sich deine Vorstellungen bewahrheitet?

Früher war mir nicht bewusst wie weitreichend die Möglichkeiten nach dem Studium sein können. Der Klassiker ist natürlich sich selbstständig zu machen oder in einer Werbeagentur zu arbeiten. Man kann aber auch als Industriedesigner neue Produkte designen oder bestehende Produkte redesignen, welche in Folge produziert werden. Oder man arbeitet bei Magazinen und Verlägen im Printbereich als Layouter oder Editorial-Designer. Meine Vorstellungen bezüglich des gewählten Studienganges haben sich also zum Positiven gewandelt.

Bist du mit deiner Studien-/Berufswahl und deinem Studium zufrieden?

Ja, ich bin sehr zufrieden, obwohl ich vor dem Studium zugegebenermaßen skeptisch war, macht mir die Arbeit Spaß und erfüllt mich auf ganzer Linie.

Welchen Bereich deines Studiums findest du besonders spannend?

Begeistert arbeite ich vor allem an Corporate Identities für Unternehmen. Es beinhaltet das gesamte Erscheinungsbild des Unternehmens in der Öffentlichkeit, sei es die Website, das Logo, die Produkte und ihre Verpackungen oder sogar auch die Gestaltung der Briefbögen, welches die Philosophie, das Leistungsangebot und die Arbeitsweise widerspiegeln soll und somit wird ein unverkennbarer Charakter geschaffen. Viele freiwillige Kurse und Theorie- oder Technikkurse wie „Buchbinden“ oder „Interactive Interface“ sind sehr nützlich und interessant für mich.

Welches Projekt fandest du in deinem Studium bisher am interessantesten?

Editiorial Design hat mir im letzten Semester sehr gefallen, wobei Magazintitel und Innenseiten zu bestimmten Themen gestaltet werden sollten. Zu jedem Magazin musste eine kurze Analyse die Zielgruppe, die Marktsituation, der typographische und gestalterische Auftritt zusammenfassen.

Welche Tipps würdest du Schülern und Schülerinnen bezüglich der Berufswahl geben?

Ganz wichtig sind Abstraktions-, Einfühlungs- und Durchhaltevermögen, Fantasie sowie die Fähigkeit, Ideen die man im Kopf hat, umzusetzen. Das bedeutet aber nicht, dass man schon vorher alles perfekt beherrschen muss.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

In zehn Jahren arbeite und gestalte ich im Möbelbaubereich, das Handwerkliche ist für mich der beste Ausgleich zum Gestalten am Rechner. So wie die Grafikdesignerin Paula Scher, seit der zunehmenden Digitalisierung im Beruf, eine Serie von handgeschriebenen Landkarten schuf.

Foto und Interview: Ivana Baumann