POLITIK

Europa in Mönchengladbach

Foto: vlnr Felix Heinrichs (SPD), Frank Boss (CDU), Boris Wolkowski (Die Grünen), Stefan Dahlmanns (FDP) und Sebastian Merkens (Die Linken)

Am kommenden Sonntag stehen nach fünf Jahren wieder die Kommunalwahlen an. Dies sollte auch die 16 bis 18-Jährigen interessieren, denn sie können zum ersten Mal in ihrem Leben eine politische Entscheidung treffen, indem sie wählen gehen. Ab dem 16. Lebensjahr besitzt man in NRW nämlich das aktive Wahlrecht und kann sich durch Stimmabgabe beteiligen, also wählen gehen. 

Nicht nur für die Zukunft der Stadt, sondern auch die Zukunft der jungen Generation ist es wichtig, sich an Wahlen zu beteiligen und damit politische Entscheidungen mit zu beeinflussen. 

Bei den für den 13. September 2020 vorgesehenen Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen sollen die Vertretungen aller Städte, Gemeinden und Kreise sowie die meisten Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister gewählt werden. Doch ist es oft gar nicht so einfach einen Überblick der verschiedenen Themen und Meinungen zu bekommen in den aktuellen Themen in der Kommunalpolitik. 

Die Bewegung Pulse of Europe hatte dazu am 6. September im Jugendklubhaus Westend die Bürgermeisterkandidaten der Stadt Mönchengladbach eingeladen. 

Foto: Unter Einhaltung des Hygienekonzeptes nahmen die
35 Teilnehmer interessiert an der Veranstaltung teil.

Deshalb trafen sich Felix Heinrichs (SPD), Frank Boss (CDU), Boris Wolkowski (Die Grünen), Stefan Dahlmanns (FDP) und Sebastian Merkens (Die Linken) und stellten sich Fragen zu Europa, Nachhaltigkeit und Bildung auf kommunaler Ebene. Für Standpunkt war Jaron Riedl aus der Q1 dabei und hat die Diskussion zusammengefasst. 

An den Leitfragen orientiert verwies Felix Heinrich (SPD) darauf, sich zu fragen, was wir für Europa tun können und nicht was Europa für uns tun kann. Dazu gehört es auch, Beziehungen zu anderen europäischen Städten zu pflegen und lebendig zu gestalten. 

Auch im privaten Bereich unterstützt er die Förderung von Beziehungen auch ohne eine eingetragene Partnerschaft. Herr Heinrich möchte mit schulischen Projekten wie „Erasmus+“ Europa mehr ins Bewusstsein junger Menschen bringen und auch Unternehmen von den Erfahrungen überzeugen, die Berufsanfänger über einen Austausch oder ein Auslandsjahr gemacht haben. Im Bereich Wirtschaft würde er sich dafür einsetzen zukunftsweisende Gewerbe anzusiedeln, die nachhaltig produzieren und zum Beispiel Textilien wasser- und energieschonend herstellen. 

Bürgermeisterkandidat Frank Boss von der CDU äußerte sich ähnlich in dem Punkt, schon in der Schule junge Menschen für Europa zu begeistern. Man müsse deutlich machen, welche großen Vorteile Europa für die Stadt hat, denn es stehen viele Fördermittel zur Verfügung. Zum Thema Städtepartnerschaften müsse man laut Frank Boss verstärkt gemeinsam gegen nationalistische Strömungen arbeiten. 

Stefan Dahlmanns (FDP) findet eine europäische Grundhaltung als Bürgermeister wichtig und betonte die vielen Möglichkeiten und Chancen, die ein Austausch mit anderen Ländern im Bereich Beruf und Ausbildung bietet. Mit der Entwicklung neuer Ideen und Technik in Mönchengladbach verwies er auch auf einen Beitrag zum Green Deal der EU. 

Zum Thema Ausbau des Radverkehr in der Innenstadt äußerte sich besonders der Kandidat der Grünen, Boris Wolkowski. Er sagte, dass der massive Ausbau von Radverkehr nach seiner Meinung nicht vom Himmel falle, sondern wie in den Niederanden eine klare politische Entscheidung sei. Dies fehle bis jetzt komplett in Mönchengladbach. Auch zum Thema Städtepartnerschaften sagte Boris Wolkowski, es werde zu wenig getan, um die bereits entstandenen Partnerschaften zu pflegen. Wie Frank Boss unterstützt auch er die Meinung, möglichst viele Fördermittel von Europa für das finanziell schwächere Mönchengladbach zu nutzen.

Eine Unterstützung des europäischen Gedankens in Mönchengladbach sieht Sebastian Merkens von den Linken in der Aufnahme von Flüchtlingen und Unterstützung von ausgegrenzten Menschengruppen wegen ihrer Sexualität oder Herkunft. Ihm ist die klare Stellungnahme des Bürgermeisters zum Thema Rechtsradikalismus wichtig. Unter der Pflege nationaler Beziehungen versteht er nicht nur die Bindung von Mönchengladbach an Nachbarstaaten wie die Niederlande sondern auch an östliche Nachbarn wie zum Beispiel Polen.