Für unsere Berichterstattung hat die Standpunkt-Redakteurin Elif mit Teilnehmenden der MUN-AG am Nelly-Sachs-Gymnasium gesprochen. Die Schülerinnen und Schüler haben an der zweitägigen Konferenz teilgenommen, in der sie internationale Themen in simulierten UN-Councils diskutierten. Dabei vertreten sie die Positionen verschiedener Länder und Organisationen, debattieren auf Englisch und erlernen nicht nur fachliches Wissen, sondern auch Fähigkeiten wie Diskussionsführung, Teamarbeit und Perspektivwechsel. Im Gespräch berichten sie von ihren Erfahrungen, der Stimmung in der AG und was sie aus der Konferenz mitgenommen haben.
Elif (Standpunkt-Redakteurin): Wie erlebst du die Stimmung in der MUN-AG? Wie hat dir die Konferenz heute gefallen und was hast du daraus mitgenommen?
Oliver Steffen (Teilnehmer): Also, zuerst ist mir aufgefallen, dass alle mit einer richtig positiven und energiegeladenen Stimmung angekommen sind. Schon vor der Konferenz gab es nette Gespräche zwischen den Delegierten. Während der Konferenz ist mir vor allem aufgefallen, dass dieses MUN-Format, dieses simulierte UN-Spiel, dafür sorgt, dass man viel komplexer an Themen rangeht. Fragen, die man sonst vielleicht in zwei Sätzen beantwortet hätte, werden hier richtig tiefgründig behandelt.
Man betrachtet die Themen aus verschiedenen Perspektiven. Man überlegt, was passiert, wenn die Frage woanders gestellt würde, also man schaut auf einer anderen Ebene auf die Fragen. Es geht nicht nur um lokale oder nationale Themen, sondern man denkt global. Und insgesamt ist mir aufgefallen, dass die Internationalität der Delegierten neue Perspektiven bringt. Wenn man zum Beispiel mit Schülerinnen und Schülern aus den Niederlanden spricht, merkt man, dass deren Schulsystem anders ist, und sie bringen ganz neue Ideen und Ansätze ein.
Elif: Hast du das Gefühl, dass man Demokratie besser versteht, wenn man sie selbst erlebt, also in so einer MUN-Konferenz, oder ist das eher nur zum Spaß?
Konrad Bremer (Teilnehmer): Für mich steht die Demokratie auf jeden Fall im Vordergrund. Man merkt, wie wichtig es ist, zu diskutieren und wie unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen. Aber der Spaß darf dabei auch nicht fehlen. Man merkt, dass alle wirklich Freude haben. Es macht einfach Spaß, und es darf auch ein bisschen locker und lustig sein.
Elif: Fällt es dir schwerer, deine eigene Meinung zu vertreten oder die Position des Landes, das du repräsentierst?
Konrad Bremer (Teilnehmer): Man muss schon darauf achten, dass man die Meinung des Landes vertritt. Aber manchmal kommt die eigene Meinung dazwischen, weil man sich durchsetzen möchte. Dann gerät man schon mal ein bisschen in einen Konflikt zwischen eigener Haltung und der Position, die man vertreten soll.







