
Von Zoe Hegger – Computer, Tablets und Smartphones gehören für Kinder heute ganz selbstverständlich zum Alltag. Sie spielen, schauen Videos oder recherchieren im Internet. Doch Technik nur zu nutzen, bedeutet noch nicht, sie auch zu verstehen. Genau hier setzen digitale Kompetenzen und insbesondere der MINT-Bereich an, vor allem Technik, Informatik und Engineering sollten Kindern früh nähergebracht werden.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie entscheidend der richtige Zeitpunkt sein kann. Mein echtes Interesse an Technik und Informatik habe ich erst vergleichsweise spät entdeckt, vor allem durch praktische Erfahrungen. Besonders prägend war ein Erasmus-Austausch in Slowenien, bei dem ich mich intensiv mit Technik, Künstlicher Intelligenz und Computern beschäftigen konnte. Dort habe ich gemerkt, wie viel Spaß es macht, Technik nicht nur zu nutzen, sondern zu verstehen und aktiv damit zu arbeiten.
Eine gewisse Faszination für Computer war allerdings schon vorher da. Diese entstand vor allem durch Gaming und meine generelle Neugier auf Neues. Vor dem Gaming hatte ich kaum Berührungspunkte mit der Welt der Computer – abgesehen von YouTube-Videos. Doch als ich begann zu spielen, wurde mir schnell klar, wie viel Wissen dahintersteckt und was man alles lernen und erreichen kann, wenn man sich mit Technik beschäftigt. Gaming war für mich sozusagen der erste Schritt in die Welt der Computerwissenschaften.
Wie wichtig frühe Berührungspunkte sind, wurde mir besonders am 27. Januar 2026 bewusst. An diesem Tag begleitete ich als Praktikantin der Medienwerkstatt, einer Initiative von DesignCampus in Kooperation mit der Stadtbibliothek, redaktionell einen MINT-Workshop für die 4. Klasse einer Grundschule. Zu sehen, wie interessiert und motiviert die Kinder waren, war beeindruckend. Viele von ihnen gingen ganz selbstverständlich mit Computern um und zeigten schon in ihrem Alter ein erstaunliches Verständnis für digitale Zusammenhänge. Diese Erfahrung hat mir deutlich gemacht, welches Potenzial in frühzeitiger digitaler Bildung steckt.
Mehr dazu im ausführlichen Interview mit der Workshop-Leiterin und Bibliotheks- und Medienpädagogin Sabine Kainth.

Wir haben mit den Viertklässlern des KGS Untereicken und ihren Lehrerinnen gesprochen und ein paar Eindrücke nach dem Workshop eingefangen.

Die Umfrage zum Workshop wurde von den Praktikantinnen der MedienWerkstatt entwickelt. Große Unterstützung kam auch von den begleitenden Lehrerinnen Frau Messerschmidt und Frau Everszumrode der vierten Klasse der KGS Untereicken, die aus den Fragen richtige Arbeitsblätter gemacht und sogar ein Sterne-Bewertungstool dazu umgesetzt hatten. Alle Kinder füllten die Bögen handschriftlich aus. Die Auswertung der Umfrage wird in die Planung und Gestaltung der kommenden Workshops einfließen. Der Workshop wurde von den Kindern ganz unterschiedlich, aber insgesamt sehr positiv erlebt. Viele waren überrascht, wie viel Spaß Technik machen kann. So hieß es zum Beispiel:
„Das Programmieren richtig cool sein kann!“ Oder „Ich konnte viel erforschen und lernen. Jetzt weiß ich wie programmieren geht und es hat sehr viel Spaß gemacht.“
Besonders spannend fanden viele das praktische Arbeiten. Gleichzeitig war nicht alles sofort easy. Ein Kind erzählte, was es gelernt hatte: „Wie man mit Strom umgeht und was man beachten muss.“
Andere merkten an, dass es zwischendurch auch mal schwierig oder kurz langweilig war. Vor allem, wenn etwas nicht direkt geklappt hat. Gefragt, was sie anderen vom Workshop erzählen würden, war die Antwort meist eindeutig:
„Ich würde erzählen, dass er es 100 pro Cent auch mal ausprobieren sollte, weil es sehr viel Spaß macht.“
Eine Aussage zeigte außerdem, wie viel Herzblut in den Ergebnissen steckte. Ein Kind sagte: „Ich werde erzählen, dass ich es gar nicht schön fand, es war richtig doof, weil ich am Ende meine Sachen nicht mitnehmen durfte.“
Auch die begleitenden Lehrerinnen gaben positives Feedback. Sie berichteten von hoher Motivation, viel Gesprächsbedarf nach dem Workshop und davon, dass die Kinder ihre Erfahrungen im Unterricht weiter aufgegriffen haben. Besonders hervorgehoben wurde, wie gut die Kinder selbstständig gearbeitet, sich gegenseitig geholfen und Berührungsängste mit Technik abgebaut haben.






Die Enttäuschung kam daher, dass das Kind richtig stolz auf sein Ergebnis war. Nachdem erklärt wurde, dass die Technik für weitere Workshops gebraucht wird, konnte das gut verstanden werden.
