
Schon in der Grundschule hatte ich eine grobe Vorstellung davon, was ich später machen möchte. Eine Freundin meiner Mutter arbeitet als Kommunikationsdesignerin, und ich fand ihren Job immer total spannend. Deshalb habe ich bei ihr schon früh ein Praktikum gemacht. Nach dem Abitur habe ich dann nochmal ein kurzes Praktikum gemacht, einfach weil mich das Thema immer noch interessiert hat. Irgendwie bin ich dann Schritt für Schritt da reingerutscht. Ich dachte mir: Warum nicht einfach bewerben? Und es hat tatsächlich geklappt. Darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut.
Praktika fürs Studium sind flexibler als gedacht
Die Praktika, die man für diesen Studiengang braucht, können ganz unterschiedlich aussehen. Bei mir war es so, dass ich während Corona angefangen habe. In dieser Zeit wurde das Pflichtpraktikum teilweise gestrichen, weil es kaum Praktikumsplätze gab. Normalerweise sind es oft sechs Monate oder ein Jahr, die man sich auch aufteilen kann. Während des Studiums hat man außerdem nochmal die Wahl zwischen einem Auslandssemester oder einem Praktikum. Ich habe mich für ein weiteres sechsmonatiges Praktikum entschieden, was mir sehr viel gebracht hat.
Freiheit als größte Herausforderung
Der Studiengang ist sehr frei aufgebaut und genau das war für mich am Anfang auch die größte Umstellung. In der Schule gibt es meistens nur „richtig“ oder „falsch“. Im Studium geht es plötzlich viel mehr um Meinungen, Konzepte und eigene Ideen. Dieses freie Denken muss man erst einmal lernen. Man entwickelt sich da mit der Zeit hinein und findet nach und nach seinen eigenen Weg. Gerade das macht den Studiengang aber auch so spannend.
Eigene Interessen entdecken
Es gibt unglaublich viele Bereiche, in die man gehen kann. In vielen Kursen bekommt man nur ein Thema vorgegeben und kann selbst entscheiden, mit welchem Medium man arbeitet. Strenge Vorgaben gibt es selten – das gibt viel Freiheit, kann aber am Anfang auch überfordern. Einen festen „Geheimtipp“ für die Studienwahl kann ich deshalb kaum geben. Wichtig sind vor allem Neugier, Kreativität und Mut, sich auf Neues einzulassen.
Kreativität braucht Offenheit und Durchhaltevermögen
Der Studiengang ist sehr künstlerisch geprägt. Andere Designhochschulen arbeiten vielleicht stärker konzeptuell, aber hier lernt man besonders, kreativ zu denken und zu experimentieren. Darauf muss man sich einlassen.
Alles ist sehr praxisnah aufgebaut, was mir geholfen hat. Allerdings muss man wissen: Die Programme, mit denen man arbeitet, werden einem nicht komplett beigebracht. Vieles muss man sich selbst aneignen. Am Anfang denkt man oft: Wie soll ich das alles lernen? Aber Schritt für Schritt klappt es dann doch, vor allem durch Projekte und den Austausch mit anderen Studierenden.
Dieses „Reinfuchsen“ ist total wichtig, damit man nicht frustriert wird. Man hat Ideen im Kopf, kann sie aber noch nicht umsetzen oder visualisieren – dafür braucht man die Technik. Und genau da lernt man mit der Zeit, dran zu bleiben.
Abschlussarbeit: eine Plattform für Rentner*innen
In meiner Bachelorarbeit habe ich mich mit einem sehr aktuellen Thema beschäftigt: Ich habe das Konzept für eine digitale Jobvermittlungsplattform für Rentner*innen entwickelt.
Die Idee dahinter ist, Menschen im Ruhestand die Möglichkeit zu geben, freiwillig und flexibel weiterzuarbeiten – vielleicht nur ein paar Stunden oder in einem ganz neuen Bereich. Es geht darum, sich gebraucht zu fühlen und sich nebenbei etwas dazuzuverdienen. Gerade mit Themen wie der Aktivrente ist das aktuell sehr relevant. Ein großer Fokus lag auf Barrierefreiheit und einer einfachen, intuitiven Benutzeroberfläche, damit auch Menschen, die nicht sehr digital-affin sind, gut damit klarkommen.
Warum Digital und nicht Print?
Es hätte auch ein Typografie- oder Printprojekt werden können. Aber da das Thema sehr aktuell und ständig im Wandel ist, hat sich eine Website einfach besser angeboten. Ich bin also zuerst vom Thema ausgegangen und habe mich danach für das passende Medium entschieden.
Die Website ist ein Prototyp, zum Beispiel mit Figma gestaltet. Sie sieht klickbar aus, ist aber technisch nicht programmiert. Das ist auch nicht unbedingt Aufgabe von Kommunikationsdesignerinnen. Unser Job ist es, Konzepte zu entwickeln, Gestaltung zu zeigen und eine klare Grundlage zu schaffen, mit der Entwicklerinnen dann weiterarbeiten können.
Und wie geht es weiter?
Nach dem Bachelor mache ich erstmal ein Praktikum. Ab Herbst kann ich mir gut vorstellen, noch einen Master im Kommunikationsdesign zu machen, vielleicht mit Schwerpunkt Corporate Design. Aber das wird sich noch zeigen.
Vielen Dank für das Gespräch! Alles Gute für den weiteren Weg – und viel Erfolg bei allem, was noch kommt






