Voller Einsatz, leere Akkus – wie sich junges Leben heute anfühlt.

Wie geht es jungen Menschen in Deutschland gerade wirklich? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025“. Die Studie zeigt ein klares Bild: Viele Jugendliche und junge Erwachsene sind leistungsbereit, zielstrebig und motiviert. Gleichzeitig fühlen sich viele von ihnen erschöpft, unter Druck gesetzt und gesellschaftlich wenig gehört. Sie glauben an sich selbst, aber immer weniger daran, dass Politik und Gesellschaft ihre Situation ernst nehmen. Themen wie Ausbildung, Arbeit, Wohnen, Zukunftssicherheit und Rente bereiten Sorgen, nicht irgendwann, sondern jetzt.
Der Erfahrungsbericht von Leon (Name von der Redaktion geändert) zeigt, wie sich diese Zahlen im Alltag anfühlen. Nikos Kosmeridis aus der Standpunkt-Redaktion begleitet einen ganz normalen Tag im Leben eines 17-Jährigen zwischen Ausbildung, Berufsschule, Leistungsdruck und Zukunftsfragen und macht sichtbar, was es heißt, jung zu sein in Deutschland im Jahr 2026.


Was die Jugendstudie in Leons Alltag zeigt.

Hinter den Zahlen: ein Tag im Leben eines 17-Jährigen. Und plötzlich ist man mittendrin. Gestern noch Schule, Sport und Freunde treffen. Heute heißt es: um 7 Uhr bereit für die Ausbildung, um 17 Uhr wieder zu Hause. Kaum angekommen, fragt der Trainer schon, wo man bleibt, und man fragt sich selbst: Wie soll das alles laufen?

Die Antwort ist klar: Es muss laufen. Leon hat sich klare Ziele gesetzt. Die Ausbildung soll gut funktionieren, die Berufsschule muss parallel laufen und beim Fußball herrscht hoher Leistungsdruck. Eine verpasste Trainingseinheit pro Woche reicht aus, damit sich die Konkurrenz Vorteile verschafft.

Und dann sind da noch die Fragen nach der Zukunft: Wie geht es nach der Ausbildung weiter? Studium oder doch ein anderer Weg? Auch bei Leon sieht es ähnlich aus, was dazu führt, dass man sich immer seltener sieht. Die Wochenplanung verändert sich komplett und der Job, der eigentlich nur ein „Mittel zum Zweck“ sein sollte, nimmt plötzlich den größten Teil der Zeit ein. Trotzdem schafft Leon es, jede Woche die Energie und Motivation zu finden, um Ausbildung, Berufsschule und alles andere am Laufen zu halten.

Es gibt aber eine Frage, um die kein Weg rumführt : Wie soll die Zukunft eines Tagen aussehen ?

Denn wenn man etwas weiterdenkt , sieht man schnell, dass Leon unter den jetzigen Voraussetzung en nicht wirklich damit rechnen kann , eine Wohnung selbst finanzieren zu können und alle anderen Kosten zu decken. Zumindest nicht ohne die Unterstützung seiner Eltern. Die Gründe sind bekannt: Hohe Lebenshaltungskosten , kaum bezahlbarer Wohnraum etc…Und das alles mit einer kleinen Ausbildungsvergütung? Nahezu undenkbar!

Und wenn man noch weiterdenkt , bis man am Thema Rente ankommt… wird man schnell erkennen, dass die Probleme dort weiter gehen . Schon jetzt ist klar, dass die Generation von heute später deutlich mehr einzahlen muss, ohne sicher zu sein, ob sie selbst einmal ausreichend davon profitieren wird. Die Haltung der Politiker heute lässt den Eindruck erwecken , dass die Probleme einfach auf morgen verschoben werden . Blöd nur , dass der Tag, an dem diese ganzen ungelösten Probleme explodieren werden, immer näher rückt . Dann wird das Chaos groß sein , und kaum einer wird diese s Chaos aufräumen können/wollen.

Seine Leistungsbereitschaft ist hoch: Vollzeitjob, nebenbei eine Weiterbildung und der Sportverein. Doch oft merkt er: „Ich bin ausgelaugt. Manchmal habe ich keine Lust aufzustehen, alles stresst mich. Jeder dritte Tag fühlt sich so an.“ Leon hat darüber mit seinen Eltern gesprochen. „Viele von uns bräuchten eigentlich Hilfe. Aber sich Hilfe zu suchen, ist irgendwie schwer.“

Leon spürt, dass Leistung und Belastung heute eng miteinander verbunden sind.  Privat geht es ihm noch gut, aber gesellschaftlich ist er oft enttäuscht. Digitale Medien verstärken den Druck zusätzlich… Ständige Erreichbarkeit und der Vergleich mit anderen lassen wenig Raum zum Durchatmen. Trotzdem sucht er seine Kraft: Familie, Freund e und persönliche Ziele. Für ihn ist klar: Junge Menschen brauchen mehr Mitgestaltung und faire Rahmenbedingungen.

Es reicht nicht, nur Leistung einzufordern . Die Gesellschaft muss auch zuhören und Perspektiven bieten, sonst wächst Frust statt Motivation , und das kann auf Dauer nicht wirklich gut gehen .

Am Ende wird klar: Politik spielt im Alltag junger Menschen oft nur eine Nebenrolle , dabei betreffen politische Entscheidungen wie Ausbildungsbedingungen, Rente oder Arbeitszeiten direkt ihr Leben. Viele fühlen sich übergangen oder nicht ernst genommen. Ausgerechnet die , die das Land eines Tages am Laufen halten sollen.

Leon wünscht sich eine Politik, die zuhört, Beteiligung ermöglicht und Rahmenbedingungen schafft, in denen junge Menschen Leistung erbringen können, ohne sich „kaputt zu machen“.