Das große Finale oder die unbeschreibliche Karriere eines Schülermagazins.

‚Außer Konkurrenz’ zu sein, davon hatten 2008 sieben Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 der Gesamtschule Hardt sicher nie geträumt, als sie sich schüchtern und zum ersten Mal bei einem Wettbewerb angemeldet hatten und direkt mit dem 3. Platz auf dem Treppchen des Rheinischen Schülerzeitungswettbewerbs im Rampenlicht standen.

Einige dieser Gründer von damals sind heute auch verantwortlich und aktiv für das aus der Schülerzeitung entstandene Jugendmagazin STANDPUNKT. Ihr Schülerzeitungsmagazin MITTELPUNKT erlebt gerade mit seinen Preisauszeichnungen beim Spiegel in Hamburg, durch die Jugendpresse und Kultusministerkonferenz auf Bundesebene in Berlin und zuletzt beim Wettbewerb der Sparkassen im Rheinland ein krönendes Finale einer unglaublichen Karriere. Das konnte der hochdotierte Sonderpreis des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes, vertreten durch seinen Präsidenten Michael Breuer, nicht besser ausdrücken: ein eigens ins Leben gerufener Preis, der eine Leistung auszeichnen soll, die nicht mehr im Rahmen eines Schülerwettbewerbs zu messen und zu vergleichen ist.

Groß und erfolgreich geworden ist das Magazin mit seinen Ideen und Konzepten, das sich wie sein Gründungsteam mit seiner Betreuerin als Coach, ständig weiter entwickelt und neu erfunden hat. Während der letzten sechs Jahre kamen und gingen Autoren und Mitarbeiter, die das Team mit Gastbeiträgen, Fotografien oder auch nur als Fans unterstützten und sie auf ihrem journalistischen Weg ein Stück begleiteten und zum Erfolg beigetragen haben.

Rückblickend war es die Leidenschaft, das Engagement und die Ausdauer des Gründungsteams, mit dem der MITTELPUNKT dieses hohe journalistische und gestalterische Niveau erreichen konnte. Der größte und nachhaltigste Erfolg dieser Schüler ist es aber, dass sie mit ihren Ideen für andere Jugendliche die Schülerzeitungsarbeit entstaubt und attraktiv gemacht haben.

Es fordert eine gute Beobachtung der eigenen Zielgruppe und deren Veränderungen, um zu erkennen, wie Mitschüler und andere Jugendliche für journalistische und mediale Arbeit und für eine Zeitung zu begeistern sind. In einer globalisierten Welt und Informationsgesellschaft sind auch die Ansprüche von Schülern an eine Schülerzeitung anders geworden. So kann z.B. auch der zehnte Bericht über den Klassenausflug nach Borkum keine Neugierde mehr bei den eigenen Mitschülern wecken und zum Lesen aktivieren.

Ausruhen und sich auf Altbewährtes verlassen, entsprach nie dem Charakter der federführenden Redakteure. Sie untersuchten die Medienlandschaft, probierten aus und entwickelten eigene Lösungen. Aber das Wichtigste: sie setzten ihre Ideen auch mit viel Aufwand und konsequent um!

So entstand auch vor einem Jahr der STANDPUNKT – die Fortsetzung eines mittlerweile ‚legendären‘ Schülermagazins als Jugend- und Kulturmagazin, das über die Stadtgrenzen hinaus Themen, Beiträge und Nachrichten für und von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sammelt, schreibt und crossmedial aufbereitet.

„Wir brauchen in Zukunft kompetente Journalisten, die für uns aus der Flut der Informationen die relevantesten und qualitätsvollsten Nachrichten sammeln und selektieren…“, sagte Herr Brautmeyer, der Direktor der Landesanstalt für Medien, auf der Preisverleihung in Solingen und bestärkte damit noch einmal die Idee des neuen Magazins.

In diesem Sinne hat sich das Gründungsteam in diesem Schuljahr zwar von der Schule verabschiedet, sich aber auch vorausschauend mit seiner letzten MITTELPUNKT Ausgabe auf den Weg in die Zukunft gemacht und mit dem STANDPUNKT im Gepäck eine mediale Plattform geschaffen, auf der nicht nur Schüler der GE Hardt sondern allen jungen Menschen, die zur Meinungsbildung etwas beitragen oder lesen möchten, aktiv einbringen können. Sich ausprobieren, eigene Perspektiven entwickeln und Standpunkt beziehen können – das ist das Ziel von STANDPUNKT.

Natürlich freut sich die Standpunktredaktion sehr über das Nachfolgeteam der neuen Schülerzeitungsredaktion der Gesamtschule Hardt und wird es mit Erfahrung und KnowHow weiter unterstützen.

Wie wird sich der alte MITTELPUNKT dieses Mal neu erfinden und mit welchem neuen jungen Team wird es welche Inhalte und Medien in Angriff nehmen? Wir dürfen gespannt sein, welcher neue Name und Look nach den Ferien das Schulleben aufmischen wird. Wovon das neue Team sicher viel gebrauchen kann ist Ausdauer, Leidenschaft und Engagement –  aber es gibt vielversprechende Mitstreiter und Nachwuchsredakteure, die bereits in den letzten Jahren ausreichend Erfahrungen in der Mitarbeit für ihr neues Projekt sammeln konnten. Wir wünschen viel Erfolg und bleiben dran!

Vielen Dank an Impress Media aus MG, die sich mit der Unterstützung beim Druck unserer Magazine für die Jugendförderung einsetzen.

(Foto oben: Das Gründungsteam mit Kristina, Leon, Lisa, Paula, Linus, Claudio und Kevin 2008/9. Mark fehlt auf dem Foto.)

Smartphone oder Taschenbuch, Herr Eberl?

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Scrollen oder nicht scrollen

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Dass dieser Beitrag überhaupt zu Ende gelesen wird, ist eher unwahrscheinlich. Vier Screen-Seiten sind da die magische Grenze, wo auch der geduldigste Leser die Lust verliert.

PICTERVIEW

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Eine Frage – Ein Bild. Keine langen Dialoge, sondern 10 Fragen mit jeweils einem Bild beantwortet. „Picterview“ – Die wahrscheinlich kürzeste Form eines Interviews

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Übersiedler – oder Flüchtling im eigenen Land?

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Kein Märchen, sondern die Motivation vieler Menschen damals und heute, ihre Heimat zu verlassen. Flucht ist kein neues Phänomen, im Gegenteil. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte gibt es stets Verfolgung und Flucht auf der einen und Schutz und Asyl auf der anderen Seite.