Dokumentarfilmworkshop in der Ukraine

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Frau Merkel reist nach Russland, um mit Herrn Putin über die aktuelle politische Lage im Gespräch zu bleiben. Lea und Max reisten für eine Woche zu Gesprächen in die Ukraine, um im Rahmen eines Dokumentarfilmprojektes mit Binnenflüchtlingen zu reden und die aktuellen Probleme des Landes zu verstehen.

Im Rahmen des trinationalen Dokumentarfilmprojektes, setzen sich jeweils sieben Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Polen und der Ukraine filmisch mit dem Thema „Flüchtlinge – damals und heute“ auseinander. Die drei einwöchigen Workshops finden in Riwne (Ukraine), Lublin (Polen) und Berlin (Deutschland) statt. Das Projekt wird veranstaltet von den Goethe-Instituten Kiew und Warschau in Zusammenarbeit mit YFU (Youth For Unterstanding) und mit Mitteln des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Lea Szukalla und Max Bohmer
Lea Szukalla und Max Bohmer

Lea Szukalla und Max Bohmer aus der Gesamtschule Hardt haben mit Ihren Wettbewerbsaufsätzen zu dem Thema zwei der begehrten 7 Plätze aus Deutschland erhalten. Vom 23. bis 30. April reisten sie nun zum ersten der drei Workshoptreffen nach Riwne in die Ukraine, wo sie an zwei Dokumentarfimen mitarbeiten durften. Betreut und gecoacht wird das junge 21-köpfige trinationale Team von Referenten und Projektleitern „Schulen: Partner der Zukunft“ des Goethe-Institutes.

Der Austausch und die gemeinsame Arbeit innerhalb des trinationalen Teams an zwei Dokumentarfilmen zum Thema „Flüchtlinge – damals und heute“ haben ihren Blick nicht nur auf die Ukraine, sondern auch auf die Weltpolitik teilweise verändert. Die persönliche Auseinandersetzung in Gesprächen mit Betroffenen vor Ort über die geschichtlichen Hintergründe und aktuelle Situation der Ukrainekrise haben bei ihnen ein Bewusstsein für ein Thema geschaffen, das sie vorher in den Nachrichten kaum berührt hat.

KRIEG ich endlich mal FRIEDEN?

Mit “KRIEG ich endlich FRIEDEN?” haben die SchülerInnen einen ergreifenden Film über die Fluchterfahrung junger Menschen aus der Ostukraine gemacht. Sie fanden aus erster Hand heraus wie es ist einen Krieg zu erleben, was Flucht mit einem Menschen macht und was helfen kann den Verlust, den Schmerz und die Angst zu verarbeiten.

„Wenn ich jetzt in den Nachrichten einen Meldung über Russland oder die Ukraine höre, stelle ich das Radio direkt lauter,“

meint Max, den die aktuelle Lage im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nach seiner Rückkehr aus Riwne in der Westukraine sehr interessiert. Er setzte sich im Filmteam schwerpunktmäßig mit den Ursachen und Folgen der Flucht angesichts der aktuellen politischen Lage im Ukraine-Russlandkonflikt auseinander. Auch die filmischen und praktisch-technischen Aufgabenstellungen, die das professionelle Filmteam von Glocal Films vermitteln konnte, waren sehr hilfreich für seinen Berufswunsch.

Besser nachvollziehen, was geschichtlich hinter den Ursachen von Flucht und Vertreibung in der Ukraine steht, kann auch Lea, die sich seit längerem in ihrer Freizeit in der Flüchtlingshilfe engagiert.

„Während der Vorbereitung unseres Dokumentarfilmes haben wir so intensive und tiefe Gespräche mit Betroffenen geführt, die mich echt berührt haben und gezeigt haben, wie man sich als Flüchtling im eigenen Land fühlt,“

sagt Lea, die sich während des Dokumentarfilmprojektes mit dem geschichtlichen Hintergründen zum Thema Binnenflüchtlinge beschäftigt hat. Im historischen Film wurde das Massaker von Wolhynien (1943) beleuchtet, indem 40.000 -100.000 Polen von ukrainischen Nationalisten ermordet wurden und fast 500.000 Menschen flüchteten.

Das Ergebnis ihrer eindrücklichen Reise offenbart bewegende Geschichten von Vertriebenen, die sich nach Jahren der Unruhe nur eines wünschen: ein friedliches Leben.

Wolhynien – Auf der Suche nach der Wahrheit

Im Filmprozess entdeckten die SchülerInnen ganz unterschiedliche Interpretationen und Representationen des Geschehenen in der Ukraine, Polen und Deutschland. Dies führte sie zum Schluss, dass es die Notwendigkeit von mehr Forschung und Austausch zwischen den Ländern gibt. Mit zum Austausch gehören für Lea und Max insbesondere auch die neuen Freundschaften, die sie in ihrem trinationalen Team mit sieben Ukrainern, Polen und Deutschen geschlossen haben.Die Vorfreude auf ein Wiedersehen in den Folgeworkshops vom 25.6. bis 2.7. in Lubin in Polen und vom 21.-28.10. in Berlin ist groß. Sicherlich wird die Zusammenarbeit noch intensiver, wenn man schon so eingespielt ist. In den Workshops werden wieder zwei Dokumentarfilme entstehen, die das Thema „Flüchtlinge – damals und heute“ aus der Perspektive des gastgebenden Landes wiedergeben.FullSizeRender 3

Auszug aus dem Workshop Programm in der Ukraine:

Das trinationale Filmprojekt hat bei dem ersten Treffen in Riwne Geschichte und aktuelle Politik im Fokus. Mit der Betrachtung aus der historischen und gegenwärtigen Perspektive können Ursachen und Folgen der Flüchtlingssituation nachvollziehbar und Themen für zwei Dokumentarfilme entwickelt werden.

Auf dem Programm standen am ersten Tag neben dem Kennenlernen der Technik (Kamera + Ton) praktische Übungen wie gefilmte Interviewrunden, bei denen das Arbeiten mit Bildausschnitten und natürlichem Licht die Herausforderungen waren. In einer weitere filmischen Aufgabenstellung zum Thema ‚Begrenzungen, Eingrenzung und Ausgrenzung‘ wurden Kenntnisse zum Bildaufbau und Narrativ vermittelt.

Am Ende des Tages fand in einem Brainstorming mit allen Teilnehmern eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsthematik statt. Außerdem wurde der technische Aufbau der Experten-Interviews für die weitere Planung festgelegt.

Danach begann die inhaltliche Vorbereitung auf die Experteninterviews: Die ukrainische Flüchtlingspolitik – Einführung und Betrachtungen aus der historischen und gegenwärtigen Perspektive (Historisch: Das Massaker von Wothnyien und seine Folgen auf die Flüchtlingsströme nach Polen; gegenwärtig: Die militärische Auseinandersetzung im Donbass und die damit verbundenen Binnenflüchtlinge).

Am Ende der Workshopwoche gab es eine exklusive Filmpremiere für alle Teilnehmer, Organisatoren und Darsteller.

Natürlich gab es neben intensiver Dreharbeit auch ein Kulturprogramm, das die Teilnehmer u.a. nach Kiew an geschichtsträchtige Plätze führte. Diese erlebten sie mit dem erworbenen Wissen und Eindrücken am Ende ganz anders und auf jeden Fall genauso intensiv wie die Gespräche.

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