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Ein Jahr lang Dornröschen beim FÖJ

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Nach dem Abi hatte Clarissa Praet aus Rheinland-Pfalz wie viele Abiturienten mit ihr noch nicht gewusst, was sie genau machen wollte, oder in welche berufliche Richtung es sie einmal verschlägt. Hier schreibt sie über ihren Weg nach dem Abitur. „Zufällig bin ich durch eine Zeitschrift auf das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) aufmerksam geworden und landete am Umwelt-Campus-Birkenfeld, eine Fachhochschule, die Studiengänge im technischen und wirtschaftlichen Bereich anbietet: „Eine gute Gelegenheit für mich, mir ein paar Studiengänge live anzuschauen!“ Außerdem kann man mit 500 der Studenten direkt auf dem Campusgelände wohnen. Insgesamt sind 2 ½ tausend Studenten auf dem 1996 gegründeten Campus eingeschrieben. Die FÖJ-Seminare fand ich sehr aufregend. Es gibt insgesamt fünf Seminare, die je fünf Tage lang sind, in denen man sich über seine Einsatzstelle austauscht und theoretische und praktische Naturerfahrungen sammelt. Die Gruppe, bestehend aus den Betreuern und FÖJ´lern aus Rheinland-Pfalz, war von Anfang an super, weil alle aufgeschlossen waren und wir viele spaßige Abende miteinander verbracht haben. Gemeinsam lernten wir nach und nach mehr über Umweltprobleme und insbesondere über Umweltschutz kennen. Wir machten auch praktische und erlebnisreiche Erfahrungen wie z.B. Klettertouren. (Als unerfahrener Kletterer war es spannend den Klettersteig Calmont an der Mosel zu erklimmen). Ich finde das ist für jeden eine Erfahrung wert und nicht nur für „Ökos“, dies ist nur ein Klischee, denn im FÖJ gibt es Menschen so wie du und ich!

Den anderen Teil der Zeit arbeitete ich am Umwelt-Campus in der zentralen Serviceeinrichtung, bekannt als „UCB-Contact“. Gewohnt habe ich in einem Wohnheim direkt auf dem Campusgelände. Es war eine Herausforderung für mich, alleine zu leben und zu arbeiten und es fühlte sich gut an, alles selbstständig zu machen. Dadurch wurde ich auch eigenständiger und reifer für mein Leben. Für mich war es eine Befreiung: ich konnte mich von zu Hause und von der Schule lösen und erfuhr neue Wege und Möglichkeiten, wie man seinen Alltag meistern kann. Als ich mir zum Beispiel den Fuß verstaucht hatte, musste ich trotzdem irgendwie einkaufen gehen und Wäsche waschen, aber es gibt immer Wege und Möglichkeiten und am Umwelt-Campus waren viele hilfsbereite Menschen in meinem Umfeld durch die ich alles schaffen konnte. Auch das kollegiale Umfeld ermöglichte es mir, während der Zeit angenehmer zu arbeiten. Mein wichtigstes Aufgabenfeld war das Schnupperstudium am Umwelt-Campus. Bei unserem Programm ist das Besondere dem Einzelnen viel Zeit zu widmen, da es unserer Überzeugung nach, eine große Verantwortung für uns Betreuer ist, was die Teilnehmer während ihres Aufenthaltes am Umwelt-Campus erleben. Dabei ist uns wichtig, dass wir uns nicht in die Vorlesungswahl einmischen. Diese spezielle Betreuung hat mich persönlich sehr angesprochen, da ich mir ähnliche Fragen wie die Schnupperstudenten gestellt habe und mich dadurch sehr gut mit ihnen identifizieren konnte. Auch organisatorisch waren die Besucherwochen sehr anspruchsvoll, da wir u.a. mit jedem Gast einen individuellen Termin vereinbart haben, manchmal für 2, manchmal für bis zu 5 Tage. Natürlich habe ich versucht einzelne Gäste so gut es ging zu Gruppen zusammenzufassen. Wie schon erwähnt, ist eine der Besonderheiten vom Umwelt-Campus, dass manche der Studenten direkt auf dem FH-Gelände wohnen. Dadurch entsteht eine besonders familiäre Atmosphäre, in die wir unsere Schnuppergäste integrieren wollen. Deswegen haben wir Räumlichkeiten der Hochschule mithilfe von Klappbetten und Klapptischen zu Übernachtungsmöglichkeiten umgewidmet. Dies bedeutete auch für mich einen hohen Aufwand im Managementbereich, wie z.B. Buchung und Pflege. Während meines FÖJ´s renovierten wir in Team-Arbeit die Räume des sogenannten „Klappotels“. Zu meinen Aufgaben gehörte es auch die Schnuppergäste morgens mit Frühstück zu versorgen. Dies machten wir zusammen mit Studenten im Besucherbereich der Service-Einrichtung „UCB-Contact“, was den Schnupperstudenten leicht ermöglichte in Kontakt mit den Studenten zu kommen. Spätestens durch studentische Aktivitäten am Abend, wie z.B. Chor- und Theaterproben oder Tanzkurse ergab sich dann die Möglichkeit andere Campusbewohner kennen zu lernen. Mir hat es besonders viel Freude bereitet, das Studentenleben authentisch rüberzubringen, meinen Gästen in ihrer beruflichen Laufbahn weiter zu helfen oder auch wenn ich zu dem ein, oder anderen Kontakt behalten habe. Zu diesen ganzen Aufgaben kamen auch noch alltägliche Pflichten hinzu, wie z.B. Studenten und Mitarbeiteranfragen. Da war man immer mal wieder in Gespräche verwickelt, oder stand vor kleineren Problemen, die man lösen musste. Am Ende eines Tages war ich jedes Mal stolz und sehr zufrieden mit dem was ich geleistet hatte. An einem ganz normalen Tag ist es oft die Summe der Dinge, die das Arbeiten so abwechslungsreich macht. Da wollen Studenten einen Raum buchen, gleichzeitig klingelt das Telefon, der Paketdienst kommt, die studentische Kaffeemaschine muss geserviced werden und gleichzeitig steht ein neuer Dozent vor mir und löchert mich zum aktuellen Stundenplan. Der Vorteil meines Arbeitsplatzes war, dass ich ständig von anderen Menschen umgeben war. Vor dem Jahr war mir noch gar nicht bewusst, dass ich so viel über mich selbst lernen kann. Durch den ständigen Kontakt mit Studenten und Schnupperstudenten lernte ich, wie ich mich z.B. in bestimmten Situationen, in denen ich noch nie, oder selten war, souverän verhalte, oder was ich an mir verbessern kann. Vorher stand ich selten im Mittelpunkt und plötzlich musste ich mich um alles Mögliche kümmern. Das habe ich ähnlich erlebt wie damals, als ich eine Hauptrolle, nämlich Dornröschen in einem Theaterstück spielte. So wie im Theaterstück, übernahm ich auch am Campus eine wichtige Rolle, z.B. wandten sich studentische Betreuer für die Schnuppergäste mit vertrauensvollen Fragen an mich.

Ganz abgesehen von der tollen Erfahrung hat mir die familiäre Atmosphäre am Campus und in den Seminaren sehr gut gefallen. Das FÖJ war für mich eine besondere Zeit in der ich unglaublich viele positive Überraschungen erlebt habe.“

Clarissa Praet (FÖJ`lerin 2013/2014)

c.praet@umwelt-campus.de

Etwas Besseres als den Tod findet man immer.

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Willkommen im standpunkt Magazin! In der diesjährigen Standpunkt Ausgabe präsentieren wir auf 144 Seiten einen dreidimensionalen Raum, der Platz für junges Denken schafft. 9qm Ausstellungsfläche für kulturelle und gesellschaftliche Themen — 9qm zum Kritisieren, Philosophieren und Entdecken. Unser Raum ist virtuell aber nicht zwangsläufig digital.

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