Essen Franzosen wirklich nur Baguette? 

Deutschland und Frankreich verbindet eine intensive und wechselhafte Vergangenheit, aus der nach der Verständigung beider Länder der Gedanke einer europäischen Einigung entstanden ist. Allein ein Schüleraustausch reicht jedoch nicht, um als Jugendlicher ein Land zu verstehen, das für Deutschland mehr als nur ein Nachbar ist. Im Rahmen eines Erasmus+ Projektes haben sich Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern zu gemeinsamen Workshops in Lyon getroffen und ganz eigene Erfahrungen in der Zusammenarbeit und dem Miteinander gemacht. Ob dabei Klischees bestätigt oder widerlegt wurden, hat unsere Redakteurin Katrin Rübartsch in ihrem Rückblick am Ende des Beitrags zusammengefasst.

„Creating and developing your future“ ist das Thema eines Erasmus+ Projektes für Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Hardt. Es unterstützt  die Oberstufenschüler in ihrer persönlichen Berufs- und Studienwahl. In länderübergreifenden Workshops arbeiten 60 Teilnehmer aus vier Ländern an Themen wie z.B. Problemlösungen, Gamification, Design Thinking, Business Creation und Start-up-Simulationen. Die Arbeitssprache ist Englisch und der Austausch findet neben regelmäßigen virtuellen Abstimmungstreffen halbjährlich in Polen, Spanien, Frankreich und Deutschland an den jeweiligen Partnerschulen statt. In den Workshop-Phasen lernen die Teilnehmer zudem, moderne Medien effektiv zu nutzen, in multinationalen Teams zu kommunizieren, Projektergebnisse zu präsentieren und über Ländergrenzen hinweg zu kooperieren.

Während der jeweils fünftägigen Aufenthalte in den unterschiedlichen Ländern leben die Teilnehmer in ihren Gastfamilien und arbeiten tagsüber in den themenbezogenen Workshops an den Schulen. In ihrer Freizeit stehen kulturelle Highlights und gemeinsame Unternehmungen mit den europäischen Freunde auf dem Programm. Die didaktischen Konzepte und Themen der zweijährigen Erasmus+ Projekte entwickeln die betreuenden Lehrerinnen und Lehrer der Austauschschulen und bewerben sich damit bei der Europäischen Kommission um den Etat. So ist es möglich, dass sich jungen Menschen in und aus Europa treffen, sich austauschen und zusammenwachsen.

Das erste Austauschtreffen des zweijährigen Projekts fand im Januar in Talavera in Spanien statt. Im April trafen sich die Teams in Warschau und im Oktober reisten die Schülerinnen und Schüler nach Lyon. Die Abschlussveranstaltung wird vom deutschen Team vom 16. bis 20. Januar 2019 in Mönchengladbach ausgerichtet. Für diese Zeit bewerben sich circa 60 Schülerinnen und Schüler aus Spanien, Polen, Frankreich und Deutschland auf reale Ausbildungsstellen Mönchengladbacher Unternehmen und städtischer Verwaltungen. Sie durchlaufen dabei die Bewerbungsphasen eines Assessmentcenters und werden dabei gecoacht und entsprechend vorbereitet. In einer finalen Jurysitzung entscheiden die Verantwortlichen der beteiligten Unternehmen, welche Bewerber eine reale Chance auf ihren Ausbildungsplatz haben.

Vielleicht erfüllt sich bei dem Projekt sogar der ein oder andere Berufswunsch. Sicherlich werden die Teilnehmer aber lernen, wie man in Europa zusammen arbeiten kann.

Ein ganz persönlicher Rückblick auf das Austauschtreffen in Frankreich von Katrin Rübartsch.

Im Rahmen des Erasmus+ Projekts haben wir Ende September unsere Partnerschule in Lyon besucht. Ich persönlich habe an der Dragon’s Den Simulation mitgearbeitet, vergleichbar mit dem deutschen Format der „Höhle der Löwen“.
Das heißt, sich in internationalen Partner-Teams eine Start-Up Strategie zu überlegen, für die ein Kapital benötigt wird, um das Produkt weiterzuentwickeln oder es zu vermarkten.
In einer finalen Präsentation nach drei Tagen Vorbereitung haben wir die „Dragons“, also fünf Investoren um das geforderte Kapital im Austausch einer Beteiligung an unserem Unternehmen gebeten, weiterhin auf Englisch. Trotz einigen Kommunikationsproblemen zwischen meiner spanischen Partnerin und mir, die manchmal auch Zeichensprache erforderten, haben wir es geschafft einen Deal abzuschließen.

Neben der Simulation habe ich aber auch den französischen Alltag kennengelernt.
Meine Gastfamilie hat mich sehr herzlich empfangen und großen Wert auf Gastfreundschaft gelegt. Unterhaltungen bestanden oft aus einer Mischung aus Französisch, Englisch und Deutsch, denn meine Gastgeberin und ich lernen beide die Sprache des jeweils anderen. Trotzdem war dies nach ein paar Tagen sehr verwirrend.
Ebenso muss man sich als Deutscher daran gewöhnen, dass Franzosen einfach über rote Ampeln laufen und sehr schnell Auto fahren.
Außerdem wird in Frankreich erst spät abends und dann sehr viel  gegessen, aber nicht nur Baguette…

Abschließend kann ich nur sagen, dass es eine gewisse Portion Mut und Überwindung erfordert in einer Gastfamilie zu wohnen, oder vor vielen Menschen auf Englisch zu sprechen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, denn man schließt neue Kontakte und macht Erfahrungen, die man so schnell nicht vergisst.

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union“ finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

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