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Illusion von Freiheit

Das Lernen im Studium gilt den meisten als alternativlos. Vergessen werden dabei oft die wichtigen Dinge im Leben. Ein Plädoyer für etwas mehr Gelassenheit.

Im Studium macht man viele Erfahrungen, die einem fürs Leben notwendig erscheinen. Spätestens mit der ersten Vorlesung ist die Fremdbestimmtheit des Schülerlebens abgeschlossen. Wenn man sogar bereits ausgezogen ist, stehen einem die Herausforderungen des alltäglichen Lebens direkt vor der Tür. Hausputz, tägliche Verpflegung, der Umgang mit seinem Vermieter, Nebenkosten. Davon hatte man schon mal gehört, einige Aufgaben wurden durch die eigenen Eltern erteilt (siehe Hausputz), noch nie jedoch stand man für all diese Dinge in seiner eigenen Verantwortung. Das ist vor allem erst einmal Freiheit, das Ziel eines jeden Erstsemesters. Sein eigener Herr sein, eine eigene Wohnung, vor allem: keine schulischen Verpflichtungen mehr. Vorlesungen haben keine Anwesenheitspflicht, warum also zu jeder hingehen? Kann man sich ja zu Hause noch einmal durchlesen. Wofür gibt es das Internet?

Tatsächlich aber wird dem Studienanfänger oft schnell klar, dass das Studentenleben nicht immer mit den Freiheiten verbunden ist, die er sich einst vorgestellt hat. Strenge Selbstdisziplin wird einem in den meisten Fächern (nicht in allen) konsequent angelernt. Natürlich misst sich die persönliche Prioritätenliste immer auch an der Anzahl an Stunden, die man in eine bestimmte Arbeit steckt. Ein angehender Jurist oder ein Medizinstudent, ja auch Politikwissenschaftler, bekommen durch den ihm aufgezwungenen Lernaufwand schnell den Eindruck vermittelt, nichts sei wichtiger als das Studium. So gerät man schnell in einem Strudel, dem eine scheinbar zwingende Logik innewohnt. Je größer der Lernaufwand, desto besser das Prüfungsergebnis. Die logische Schlussfolgerung: Mehr Lernen, damit die Wahrscheinlichkeit auf ein gutes Prüfungsergebnis steigt. Demgegenüber steht aber auch eine andere Beobachtung. Nämlich der des persönlichen Enttäuschungsgrades. Dieser ist immer dann besonders groß, wenn ein Prüfungsergebnis nicht dem gefühlten Aufwand entspricht. So mancher Student mag sich nun denken: Was soll ich damit jetzt nun anfangen? Fest steht: In der Zeit, in der sie diesen Artikel lesen, hätten sie bestimmt noch ein weiteres Kapitel lernen können. Zeit ist schließlich wertvoll, warum also verschwenden für Dinge, die man nicht braucht.

Der omnipräsente Bücherberg hat einen Effekt, der sich beim Lernen schnell einstellt. Bloß keine Zeit vergeuden, nur noch drei Monate bis zur nächsten Prüfung. Und es gibt noch einen ganzen Haufen an Stoff zu lernen. Es ist verlockend, sich hinter diesem Berg zu verstecken, ohne den Blick über das Gelernte hinaus zu werfen. Am Ende dominiert die Angst vor der nächsten Prüfung über die Freiheit, selbst zu bestimmen. Was man dadurch verpasst, wird einem oft erst in den Semesterferien klar. Die Angst vor der Zeit verschränkt den Blick auf das Detail. Sie lässt einen aber auch nur das Nötigste tun, um sich selbst nicht zu stark zu belasten. Die Denkweise, die damit ein hergeht, tötet vor allem die Freiheit des Gedankens. Zwanghaft wird der Kopf frei gehalten für Lernstoff, den man viel schneller vergisst, als man sich das wünscht. Dabei wäre es doch nicht nur ein Privileg, sondern ein gutes Recht, sich auch in Klausurphasen noch mit dem wirklichen Leben zu beschäftigen. Denn gerade in kreativen Berufen ist das Konzept des sturen Paukens eher hinderlich als förderlich. Der Prozess, der beispielsweise dazu führt, dass gute Artikel entstehen, sieht nämlich eigentlich so aus: ein Gedanke entsteht im Kopf. Eine oft zufällig entstandene Assoziation verleitet zu der Motivation, etwas zu schreiben. Im Schreibprozess werden Gedanken verworfen, neue Gedanken entwickelt, diese werden vielleicht wieder verworfen. Der ständige Wandlungsprozess und das eigene Hinterfragen sind fester Bestandteil dieser Arbeit.

Es hilft also, sich auch einmal einen Moment Zeit zu nehmen und sich zu fragen, was nun gerade wichtiger ist. Natürlich sind Klausuren eine Notwendigkeit, die man nicht umgehen kann. Theorien lernen sich nach wie vor nicht von alleine. Umgehen (oder zumindest reduzieren) lassen sich aber Panikmache vor einer vielleicht ja doch nicht ganz so schwierigen Prüfung und ein krampfhafter Tunnelblick, der im Endeffekt doch nur eines zur Folge hat: den Verlust wertvoller Besinnungsmomente.

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Ist Europa nicht mehr ‚cool’?

Ist Europa nicht mehr ‚cool’?

Als man am 1. Januar 2002 ein erstes und letztes Mal mit D-Mark und Euro bezahlen konnte, war auch im hintersten Winkel Deutschlands das Thema Europa angekommen. Vor 15 Jahren haben sich Jugendliche in Deutschland noch eher als Europäer, und weniger als Deutsche beschrieben. Die heutigen Jugendlichen haben eine ganz andere Einstellung zu Europa.

Postfaktisch: Risiko ‚Wahrnehmung‘

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In Zeiten eines baldigen US-Präsidenten Donald Trump, eines Ausstieges Großbritanniens aus der EU – dem „Brexit“ – und des weiteren Aufstieges unheimlicher Geister in aller Welt kann einem schon flau im Magen werden. Auch beim Journalistentag 2016 des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) NRW im Duisburger Landschaftspark Nord herrschte dieser Tenor: Der Vorsitzende Frank Stach eröffnete…

Ein Tag der Spaltung

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Die Wahlnacht ist das herbe Ende eines zermürbenden Wahlkampfes. Es wäre nicht übertrieben, den Tag als eine tiefe Zäsur für die Welt zu beschreiben. Damit ist auch der 9. November um ein historisches Datum reicher. Heute vor 27 Jahren fiel die Mauer in Berlin. Hoffnung und Erleichterung verbinden sich mit dem Tag, an dem sich…

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Vietnam ist ein Land voller Kontraste. Zwar wehen noch die roten Fahnen aber der Übergang von Marx zu Money ist nicht zu übersehen. Einstige Schlachtfelder der Revolutionen und Kriege sind zu touristischen Schauplätzen geworden. Vietnam und Kambodscha zählt zu den spannendsten Regionen Asiens, die es neu zu entdecken lohnt. Beeindruckend sind die Zeugnisse großer Kulturen, die…

Russlands Jugend im Wandel der Zeit

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Jugendliche in Russland kennen die Sowjetära nur noch aus Erzählungen. Die heutige Generation ist geboren in einer Zeit des Umbruchs. Die 90er Jahre unter dem ersten demokratischen Präsidenten Boris Jelzin brachten viel Veränderung und einige offene Fragen. Was macht Russland im 21. Jahrhundert aus? Welche Werte prägen die Gesellschaft der aktuellen Putin-Ära?

Flüchtlinge im Klassenraum – Gelingt eine Inklusion?

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Die wachsende Zahl von Zuwanderern aus Kriegsgebieten wie Syrien oder dem Irak haben die deutsche Gesellschaft spätestens seit dem massiven Anstieg im Spätsommer 2015 vor eine gewaltige Herausforderung gestellt. 441.899 Erstanträge zählt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für 2015, bis zum August 2016 kommen weitere 564.506 dazu. Der Flüchtlingszuzug fordert die Deutschen in…

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Die Hausarbeit gegen Bezahlung? Das Geschäft mit den arbeitsaufwändigen studentischen Leistungsnachweisen ist nicht neu. Sogenannte Ghostwriter sind nicht nur in der Literaturszene oder Politik unterwegs, sie werden auch immer öfters von Studenten in Anspruch genommen. Ist eine fremd geschriebene Hausarbeit überhaupt legal? Kann sich da nicht jeder seine Studienleistung erkaufen, der zwar nicht studierfähig ist, aber genug Geld hat? Was…

standpunkt magazin zum download

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Willkommen im standpunkt Magazin! In der diesjährigen Standpunkt Ausgabe präsentieren wir auf 144 Seiten einen dreidimensionalen Raum, der Platz für junges Denken schafft. 9qm Ausstellungsfläche für kulturelle und gesellschaftliche Themen — 9qm zum Kritisieren, Philosophieren und Entdecken. Unser Raum ist virtuell aber nicht zwangsläufig digital.

Habt Ihr schon zugestimmt?

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Und den Button bei den neuen Nutzungsbedingungen von Whatsapp gedrückt oder doch noch beim Runterscrollen des Kleingedruckten gezögert? Wir haben für Euch mal das Kleingeschriebene GROSS geschrieben: „Damit wir unsere Dienste betreiben und bereitstellen können, gewährst du WhatsApp eine weltweite, nichtexklusive, gebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz zur Nutzung, Reproduktion, Verbreitung, Erstellung abgeleiteter Werke, Darstellung und Aufführung der Informationen (einschließlich der Inhalte), die du auf bzw. über…

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In den Feuilletons deutscher Zeitungen sind Graphic Novels mittlerweile unverzichtbar und auch die großen Verlagen haben sie für sich entdeckt. standpunkt empfiehlt Grafic Novels als Lektüre – nicht nur für den Strand!

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Nach zwölf oder dreizehn Jahren Schule halten in diesen Wochen viele Schülerinnen und Schüler voller Stolz ihr Abiturzeugnis in den Händen. Über ein Viertel von ihnen hat ein Einser-Abitur hingelegt und stellt sich jetzt die Frage, was sie mit so einem wertvollen Abitur anfangen können. Die Anzahl der Abiturienten hat sich in den letzten zehn…

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Westlichen Werte wie Liberalismus, Toleranz, Gleichberechtigung scheinen angesichts der derzeitigen Schlagzeilen der national-konservativen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) auf Rassismus, Ignoranz, Engstirnigkeit zu treffen – so jedenfalls deuteten Parlamentsvorsitzende und EU-Kommissare die Entwicklung in Polen. Standpunkt möchte die aktuelle Warnung des Europaparlament (13.4.2016) vor einer Gefahr für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit zum Anlass nehmen, das…

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435 Filme in 11 Tagen

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Man sollte nicht nur das sehen, was sich auf dem roten Teppich präsentiert! Auf der Berlinale, dem grössten Publikumsfilmfestival der Welt, wird eine Menge gezeigt, was Aufmerksamkeit erregt. Aber gerade hinter den Kulissen und auf den kleineren Leinwänden sprießen die Ideen zu neuen Erzähl- und Darstellungsformen des Films. Ein 3:37 Minuten Handy Video wird zum 93 Minuten „Stop Motion Hörspiel“ und erhält gerade auf…

„Ein Kunststudium verändert den Menschen“

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So Tony Cragg, Rektor der Kunstakademie, die zum alljährlichen Rundgang gerade wieder ihre Türen öffnete. Der Rundgang der Kunstakademie Düsseldorf ist mittlerweile ein Kunstevent geworden, das jedes Jahr mehr als 40.000 Besucher anzieht. Ein bunt gemischtes Publikum von Kunstliebhabern, Sammlern, Galeristen aber auch Kunstschaffenden, Kreativen und Kunstkursen umliegender Schulen schlendert  durch die breiten und hohen…