Parallelwelten

Foto: Anastasia Rudenko
Foto: Anastasia Rudenko

Wie geht eine Gesellschaft mit ihren schwächsten und schutzbedürftigsten Mitgliedern um? Werden sie integriert und wertgeschätzt oder isoliert und weggesperrt? Der Umgang mit behinderten Menschen und das Selbstverständnis im Zusammenleben mit ihnen sagt viel aus über die Entwicklung und den wirklichen Fortschritt einer Gesellschaft. Auf unserer Reise nach Moskau haben wir sie nicht getroffen: Menschen mit Behinderungen. Aber wo und wie leben sie in Russland? Eine Fotostrecke der in Russland lebenden kasachische Fotografin Anastasia Rudenko zeigt eine versteckte und ganz andere Welt, die viele Russen nicht kennen und auch nicht wahrhaben möchten. Wir dürfen die Fotos mit ihrer Genehmigung auf Standpunkt veröffentlichen.

In ihrer Fotostrecke „Paradise“ porträtiert die Fotografin Anastasia Rudenko das Leben behinderter Menschen in einem kleinen Dorf namens Elatma. Viele Behinderte in Russland leben auf dem Land, in Heimen und von ihren Familien getrennt.

Foto: Anastasia Rudenko
Foto: Anastasia Rudenko

Rund 300 Kilometer östlich von Moskau liegt das Dorf Elatma. Hier wurden im Zweiten Weltkrieg mehrere Waisenheime gebaut und heute sind dort behinderte Menschen jeden Alters untergebracht. Isoliert vom gesellschaftlichen Leben verbringen die meisten ihr ganzes Leben dort.

Foto: Anastasia Rudenko
Foto: Anastasia Rudenko

„Paradise“ zeigt alles andere als das schöne Landleben, denn das Leben von Menschen mit Handicap in Russland ist menschenrechtsverletzend. Die scheinbar romantischen und melancholischen Fotografien berühren mehr als eine dramatische Kameraperspektive oder schockierende Motive bewegen könnten.

p05

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Fast 30 Prozent aller Kinder mit Behinderung in Russland leben in staatlichen Waisenhäusern, wo sie unter Umständen Gewalt erfahren und vernachlässigt werden, so Human Rights Watch in einem veröffentlichten Bericht. Der Bericht von Human Rights Watch zeigt auf, dass viele behinderte Kinder und Jugendliche in staatlichen Waisenhäusern Opfer von schwerem Missbrauch und Vernachlässigung durch das Personal wurden. In Interviews berichteten einige Kinder, vom Personal des Waisenhauses geschlagen, mit Betäubungsmitteln ruhig gestellt worden und für eine bestimmte Zeit sogar in psychiatrische Kliniken gebracht worden zu sein. Die Kinder sollten damit kontrolliert und bestraft werden.  (Quelle: Human Rights Watch)

p_08

The psycho-neurological boarding area for men. Summer of 2012. Elatma, Ryazan region, Russia.

p_04

Foto: Anastasia Rudenko, Paradise / Elatma
Foto: Anastasia Rudenko, Paradise / Elatma

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

p13

p008

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

p08_a

proposal

Weitere Fotostrecken von Anastasia Rudenko 

Smartphone oder Taschenbuch, Herr Eberl?

Smartphone oder Taschenbuch, Herr Eberl?

Die Begeisterung für das Buch hat nicht nur der Sportdirektor von Borussia Max Eberl als Schirmherr der „Lesewoche“ an der Gesamtschule Hardt feststellen können – auch die neue Kinder-Medien-Studie 2017* kann dies bestätigen: Trotz Smartphone: Kinder lesen klassisch! Die Kinder-Medien-Studie untersucht unter anderem das Medienverhalten von Kindern und welche Rollen Eltern und Freunde spielen. Dabei haben auch Prominente Vorbildfunktion. Ein…

Perspektive Traumberuf

Perspektive Traumberuf

Das Ergebnisse der Bildungsstudie über das Bildungsniveau von Grundschülern (Studie IQB-Bildungstrends) war vorhersehbar und lässt die Tatsache, dass heute immer mehr junge Menschen beim Übergang in Ausbildung oder Studium scheitern, noch einmal dramatischer erscheinen. Jeder Dritte bricht heutzutage sein Studium oder seine Ausbildung ab. Was könnten die Gründe sein?

Scrollen oder nicht scrollen

Scrollen oder nicht scrollen

Dass dieser Beitrag überhaupt zu Ende gelesen wird, ist eher unwahrscheinlich. Vier Screen-Seiten sind da die magische Grenze, wo auch der geduldigste Leser die Lust verliert.

PICTERVIEW

PICTERVIEW

Eine Frage – Ein Bild. Keine langen Dialoge, sondern 10 Fragen mit jeweils einem Bild beantwortet. „Picterview“ – Die wahrscheinlich kürzeste Form eines Interviews

Die Hoffnung ist größer als die Angst

Die Hoffnung ist größer als die Angst

Seit Jahrzehnten galt Polen als Auswanderungsland. Mit der Ukraine-Krise ändert sich das – gegen den Willen der Regierung? Die Hoffnung ist größer als die Angst from GLOCAL FILMS on Vimeo. Der Herbst bricht an. Nach dem goldenen Sommer 2014 wollen es einige, wichtige Politiker im Bundestag noch nicht wahrhaben, dass nun komplizierte Zeiten anstehen. Es…

Work in progress

Work in progress

Vorurteile, Stimmungsmache oder was ist wirklich dran an dem Bild, wie Polen zum Flüchtlingsthema steht. Wie denkt die polnische Bevölkerung über Intergration, wie geht sie heute damit um, wie fühlen sich Flüchtlinge im Land und welche geschichtliche Bedeutung hat das Thema Flucht in Polen? An diesen Fragestellungen arbeiten gerade Lea und Max in ihrem trinationalen Team während des zweiten Workshops…

EU Programm statt EU Flat

EU Programm statt EU Flat

Europa hat mehr zu bieten als nur Verbrauchervorteile oder Bananen-Wiege-Verordnungen. Die Europäische Union braucht jedoch mehr denn je ein Konzept für die Zukunft. Sie darf nicht nur bewahren, sondern muss auch Visionen entwickeln, wie junge Menschen in Zukunft leben wollen und internationale Chancen nutzen können.

Weg in den Erdogan-Staat

Weg in den Erdogan-Staat

Vor über zehn Jahren begannen die offiziellen Beitrittsverhandlungen, seit drei Jahrzehnten steht der türkische EU-Mitgliedschaftsantrag im Raum und mehr als 50 Jahre wird über engere Kooperation gesprochen: Der angestrebte EU-Beitritt der Republik Türkei beschäftigt und belastet die Beziehungen zwischen Europa und Ankara seit jeher. Reformer näherten die Türkei einst an die Europäer an. Doch es…

„Ich bin nicht arrogant, geb mich aber nur mit dem Besten zufrieden.“

„Ich bin nicht arrogant, geb mich aber nur mit dem Besten zufrieden.“

Am Donnerstagabend hatte der Literaturkurs der Q1 eine Poetry Slam Veranstaltung. Und diese mit Erfolg.

Die Scheinwelt des Eurovision

Die Scheinwelt des Eurovision

KRIEG ich endlich mal FRIEDEN? Wenn am Samstag die 62. Ausgabe des Eurovision Song Contest über die Bühne geht, dann wird das kein normaler Gesangswettbewerb. Der langjährige Grenzkonflikt zwischen Russland und dem Gastgeberland Ukraine macht den diesjährigen ESC zu einer politischen Großveranstaltung von hoher Brisanz. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Siegerlied der ukrainischen Krimtatarin Jamala…

Jugendliche wählen jetzt schon.

Jugendliche wählen jetzt schon.

Bei der Juniorwahl im Mai simulieren Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse aus 261 Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl, die regulär am Sonntag, dem 14. Mai 2017 stattfindet. Bei der Juniorwahl haben die Jugendlichen ebenfalls zwei Stimmen und die Auswahl zwischen allen Parteien, Wahlkreiskandidatinnen und -kandidaten, die auch bei der regulären Landtagswahl antreten.

Dokumentarfilmworkshop in der Ukraine

Dokumentarfilmworkshop in der Ukraine

Frau Merkel reist nach Russland, um mit Herrn Putin über die aktuelle politische Lage im Gespräch zu bleiben. Lea und Max reisten für eine Woche zu Gesprächen in die Ukraine, um im Rahmen eines Dokumentarfilmprojektes mit Binnenflüchtlingen zu reden und die aktuellen Probleme des Landes zu verstehen.

Umsonst und draußen zum 3. Mal

Umsonst und draußen zum 3. Mal

Am 10. Juni wird es mal wieder laut in Hardt. Grund dafür ist das HardtBeat-Festival, das in diesem Jahr zum dritten Mal unter freiem Himmel stattfindet.

Übersiedler – oder Flüchtling im eigenen Land?

Übersiedler – oder Flüchtling im eigenen Land?

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Die Medien berichten oft nur über die Flüchtligskrise in Westeuropa. Dabei zählt der Flüchtlingsstrom in der Ukraine zu den gewaltigsten in Europa seit dem Jugoslawienkrieg. Ein junges trinationales Team beschäftigt sich gerade in einem Dokumentarfilmworkshop in Riwne (Ukraine) mit der Thema der militärischen Auseinandersetzung…

Etwas Besseres als den Tod findet man immer.

Etwas Besseres als den Tod findet man immer.

Kein Märchen, sondern die Motivation vieler Menschen damals und heute, ihre Heimat zu verlassen. Flucht ist kein neues Phänomen, im Gegenteil. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte gibt es stets Verfolgung und Flucht auf der einen und Schutz und Asyl auf der anderen Seite.