Ist die Zukunft der Klassik grau?

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Foto: Linus Bahun

Betrachtet man die Entwicklung der Publikumszusammensetzung der klassischen Musik, werden seit circa 15 Jahren zwei Trends deutlich: der Markt wird stetig älter und kleiner. Das Konzert verliert als ästhetische und als soziale Institution an Bedeutung. Was liegt der Entscheidung für oder gegen einen Konzertbesuch zugrunde? Und warum entscheidet man sich als junger Mensch immer seltener für die „Ernste“ Musik? Ein Blick in die Entwicklungsgeschichte des Konzertwesens zeigt, dass mit veränderten Darbietungsformen der Krise auf dem klassischen Konzertmarkt entgegengesteuert werden kann. Das heißt: Man muss das Konzert verändern, um es zu erhalten. Denn die Krise der klassischen Musik ist keine Krise der Musik, sondern eine ihrer Aufführungskultur. Die Tonhalle Düsseldorf hat das Problem erkannt. Mit Veranstaltungsreihen in der „Jungen Tonhalle“ wie 3-2-1 IGNITION, Big Bang und JSO & Tonfrequenz aktiviert sie den Nachwuchs ihres Publikums.

Tatsächlich hat sich der Konzertbetrieb seit dem 19. Jahrhundert nicht erneuert. Noch immer treten Solistinnen im Abendkleid, Dirigenten im Frack auf. Das Publikum muss 90 Minuten still sitzen, schweigen, zuhören und niemals zwischen den Akten klatschen. Raus- und reingehen, stehen, liegen, essen, trinken, lachen oder sogar mitsingen sind undenkbar – egal ob im Jahr 1900 oder 2015. Applaus am Schluss – es ist ein viel zu enges Korsett für Erfolg in der Moderne. Es ist kein Problem der Musik, sondern ihrer Darbietungsweise und die Lösung könnte relativ einfach sein: Nicht nur Kleinkinderkonzerte oder Konzerte für Alte, sondern nur eine vielfältige Konzertlandschaft kann klassische Konzert wieder attraktiv machen. Im letzten Jahr hat jeder vierte Über 60 Jährige ein klassisches Konzert besucht, aber nur jeder Zehnte zwischen 18 und 29 Jahren. Das zeigt eine aktuelle Forsa Umfrage der Körber Stiftung.

Junge Menschen werden kaum erreicht

Als Gründe gegen einen Besuch führen die Befragten neben zu wenig Zeit (37 Prozent) und zu hohen Kosten (35 Prozent) an, dass ihnen das Interesse an Konzerten fehlt (35 Prozent). Besonders junge Menschen erreichen die Konzerthäuser nicht: 45 Prozent der Unter-30-Jährigen nehmen deren Werbung nicht wahr – im Gegensatz zu 16 Prozent der Befragten über 60 Jahren. 25 Prozent der Jungen finden die Atmosphäre in Konzerthäusern elitär. 18 Prozent von ihnen stören sich an unverständlichen Inhalten. »Es wird für den Musikbetrieb in Zukunft verstärkt darauf ankommen, wie die Inhalte aufbereitet und präsentiert werden«, folgert Kai Michael Hartig, Leiter des Bereichs Kultur der Körber-Stiftung. »Eine wachsende Rolle spielen charismatische und glaubwürdige Vermittlerpersönlichkeiten, die es verstehen, Schwellenängste abzubauen, Begeisterung auch für komplexe Inhalte zu wecken und für das offene, neugierige Wahrnehmen zu werben.«

Ihr Publikum altere schneller als der Durchschnittsbürger und sterbe schlichtweg aus. Das Ritual des Konzerts komme aus der Mode. Wenn Mittel für kulturelle Bildung gekürzt werden, fehlen Konzerthäusern die Anknüpfungspunkte für ihr Programm. Sie vermeiden das Risiko und beschränken sich zunehmend auf wenige rentable, populäre Klassiker, beschreibt Hartig. »Der Konzertbetrieb der Zukunft braucht aber eine Vielfalt alter und neuer Musik – gerade auch, um neues Publikum anzusprechen. Und sie brauchen Türöffner.« Vielen Konzertbesuchern fällt es schwer, mit komplexen Werken umzugehen, musikalische Eindrücke in Worte zu fassen und sich darüber auszutauschen. »Musikvermittler sind gefragt, die Denkbilder schaffen, zum Hinhören verführen und damit den Konzertbe-suchern neue Erlebnisräume eröffnen«

Foto: Max Zdunek
Foto: Max Zdunek

Die Tonhalle Düsseldorf hat das Problem erkannt. Mit Veranstaltungsreihen in der „Jungen Tonhalle“ wie  3-2-1 IGNITION, Big Bang und JSO & Tonfrequenz aktiviert sie den Nachwuchs ihres Publikums. Erfolgreich wird damit die Vertiefung der Lebenswelten in den drei Hauptangeboten verfolgt: Elektronische Musik in der Reihe Tonfrequenz, selbstmusizierte, lebensnahe Klassik in der Reihe Big Bang und die großen Inszenierung vor großer Leinwand in 3-2-1 Ignition. Dabei sind die fehlenden traditionellen Konzert-Konventionen wohltuend.

Martin Fsicher Tonhalle, Foto Susanne Diesner
Martin Fsicher by Susanne Diesner
Familienmusikfest Tonhalle, Foto Susanne Diesner
Familienmusikfest Tonhalle, Foto Susanne Diesner

Selbst für Kinder von 0 bis 10 Jahren gibt es drei Mal eine Woche geballtes Programm in der „Kleinen Tonhalle“ machen.In dieser Zeit gehört die Tonhalle allein den Kindern, ihren Eltern und Großeltern – ein Angebot bei dem es familienfreundlich, ungezwungen und fröhlich zugeht.

Es fehlt nicht wie in Düsseldorf an neuen Ideen in der klassischen Aufführungspraxis, sondern an Fördergeldern. Momentan werden weniger als zwei Prozent tatsächlich für neue Formen ausgegeben und 98 Prozent für alte Formen aus dem 19. Jahrhundert. Wenn sich die Jugend in 20 Jahren für Klassik begeistern soll, dann muss man die Vielfalt von neuen Aufführungsformen ermöglichen und unterstützen. Ob die Zuhörer in Zukunft dabei stehen, sitzen oder liegen, vielleicht auch vernetzt via Internet im Live-Chat oder mit einem Getränk in der Hand geniessen, bleibt offen.

Derzeit arbeitet die Tonhalle verstärkt im Social Media Bereich. Über twitter, facebook und blogs werden Geschichten und Bilder aus Proben, Konzerten und dem Backstagebereich veröffentlicht. Das Konzerthaus von heute kommuniziert, tauscht sich aus und vermittelt. Interviews mit international bekannten Künstlern, Berichte aus den Orchestern und Gespräche mit Musikern und Mitarbeitern schaffen die Nähe zum Publikum.

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Wer wäre für diesen jungen Medienbereich nicht kompetenter als die junge Zielgruppe selbst. Ein Grund, warum die Tonhalle jedes Jahr eine Freiwilliges Kulturelles Jahr für interessierte Jugendliche und junge Erwachsene ausschreibt. Das Interview mit der derzeitigen FSJ lerin Paula Vollmer, mit der das ClubbingClassic Team einen ganz exklusiven Blick hinter die Kulissen der Tonhalle werfen durften:

Wen es weiter interessiert, schaut einfach mal bei der Tonhalle vorbei: www.tonhalle.de/fsj

Paula Vollmer, FSJ Kultur Tonhalle Düsseldorf
Paula Vollmer, FSJ Kultur Tonhalle Düsseldorf
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Post aus Potsdam!

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Neues vom Schülerzeitungswettbewerb der Länder. Gerade hat uns die wunderbare Nachricht von der Jurysitzung in Potsdam erreicht: Wir gehören wieder zu den besten Schülerzeitungen bundesweit und haben den Sonderpreis der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland gewonnen – wir freuen uns auf Berlin!!! Hier gehts zum ausgezeichneten Beitrag

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Die machen Bock auf Kunst.

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MG_ArtFriends« so nennt sich die neue Keimzelle von jungen Kunstinteressierten, die sich am vergangenen Donnerstag zum ersten Mal im alten Museum an der Bismarckstraße getroffen hatte. Eva Caroline Eick und Felicitas Fritsche-Reyrink sind die Initiatorinnen, die zum Kennenlernen in die derzeitige Ausstellung „VON DA AN“ eingeladen hatten. Ein optimaler Auftakt für die erste Inszenierung der jungen Kunstfreunde.

Thoughts on tortillas, Toledo and trilingualism

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KOMMENTAR – COMMENT We flew to Spain for a few days in collaboration with Erasmus+ and here are just some cheesy thoughts about that journey for you…

Medien nutzen statt nur benutzen.

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Medien spielen in unserer Welt eine immer größere Rolle. Die Kommunikation und der Austausch von Informationen finden heute gerade bei Jugendlichen mehrheitlich auf multimedialen Kanälen statt. Damit in der Flut der Medien wichtige Informationen wie zum Beispiel schulinterne Aktivitäten und Nachrichten nicht verloren gehen, hat die Schülervertretung gemeinsam mit der Schülerzeitungsredaktion der Gesamtschule Hardt das…