Rock im JHQ – Emotionen, Politik und Strategien

Das JHQ als Festivalgelände zu benutzen löst bei vielen große Begeisterungsstürme aus. Es stößt aber auch auf Zweifler, denn hier stoßen viele Interessen aufeinander. Nicht nur der kulturelle Aspekt steht im Vordergrund, auch Wirtschaft, Politik und  Musikindustrie spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wie kann das einvernehmlich realisiert werden, welche Hürden müssen noch genommen werden und wie können dabei eigene Festivals wie z.B. das HORST konkurrenzlos bleiben?

80.000 Rocker im ehemaligen Militärgelände, umgeben von Feldern, Wald und Wiesen. Diese könnten die Geisterstadt wieder füllen aber auch ein Stück Natur vom Dornröschenschlaf zum Alptraum erwecken.

Auch wenn für viele schon gefühlt feststeht – Rock am Ring wird bald in Mönchengladbach stattfinden, so steht eigentlich noch gar nichts fest, denn die Auflagen sind hoch, die noch erfüllt werden müssen. Das bedeutet nicht nur Klärungsbedarf mit der Stadt, sondern in erster Linie mit dem Bund, denn er ist Grundstückseigentümer.
Denn obwohl Marek Lieberberg das JHQ für die beste zur Auswahl stehende Location für sein Festival hält, hat die Stadt seinen Antrag noch nicht bestätigt. Schon seit Monaten wird diskutiert und verhandelt. Jedoch steht der Zustimmung durch die Stadt noch einiges im Weg, Auflagen müssen erfüllt werden.

Lärmbelästigung der umliegenden Dörfer ist dabei die größte Sorge der Verantwortlichen.

RAR2014

Das Festival würde die vorgeschriebene Dezibelzahl weit überschreiten, sodass Lieberberg eine Sondergenehmigung für die Verwirklichung seines Projekts bräuchte, wodurch die Dezibelzahl bis zu voraussichtlich 14 Tage im Jahr überschritten werden dürfte. Und auch wenn das Festival nur ein Mal im Jahr für wenige Tage stattfände, so muss doch bedacht werden, dass durch Proben, Vorbereitungen und früher anreisende oder später abreisende Zuschauer diese Anzahl an Tagen überschritten werden könnte, so die Konversationsbeauftragte der Stadt Mönchengladbach.

Außerdem wird über den Schutz der Asylanten diskutiert, die voraussichtlich bald in Teile des JHQ‘s einziehen. Rassistische Festivalbesucher sind nicht auszuschließen, sodass es zu Übergriffen auf die Asylanten kommen könnte.
Auch der Schutz der umliegenden Fläche ist der Stadt wichtig. Besonders die leerstehenden Häuser und Sportanlagen werden trotz ständiger Bewachung durch Vandalismus zerstört. Allerdings ist es kaum möglich die 400 Hektar große Anlage komplett zu schützen. Wie soll das also möglich sein, wenn sich dazu bald 80.000 Menschen dort zum Rocken versammeln? Würde Lieberberg sein Festival im JHQ feiern, müsste er für den Schutz der Asylanten und Häuser sorgen.

All diese Probleme halten die Stadt momentan noch davon ab, den Antrag zu befürworten. Trotz monatelanger Diskussionen hat die Stadt den Antrag noch nicht abgelehnt, was zeigt, dass auch von ihrer Seite Interesse besteht. Aber die Stadt kann gar nicht alleine entscheiden, denn sie muss mit dem Bunde als Grundstückseigentümer eine lange Pachtzeit sichern, damit das Festival auch Zukunft hat.

Die Mönchengladbacher sind begeistert von der Idee. Die eigens für die Umsiedlung des Festivals gegründete Facebook Seite hat mittlerweile über 30.000 Likes und es werden stetig mehr. (www.facebook.com/)

Auch die Politik fängt an, in dem Festival Vorteile für die Stadt zu sehen und unterstützt Marek Lieberberg in seinem Vorhaben.
Dieser freut sich sehr über das positive Feedback und hat zu einer Veranstaltung im Hockeypark eingeladen (10. Juni, 16 Uhr), bei der er zusammen mit Michael Hilgers, der auch ein Festival im JHQ plante, Fragen zu Rock am Ring beantworten möchte.

Ob diese große PR Aktion zum Rock am Ring im JHQ es schafft, den Druck auf die Entscheider bei fast aussichtslosen Auflagen mit einer gigantischen Sympathiewelle zu erhöhen, weiß man nicht. Dennoch sind in diesem Zusammenhang die Anregungen von Michael Hilgers (Betreiber des Hockeypark), durch Veränderungen der Auflagen im Bereich Verkehr, Sicherheit, Lärm- und Naturschutz das Festival im JHQ möglich zu machen, auch sehr kritisch zu sehen. Denn 96 Stunden Dauerbeschallung, tonnenweise Müll und durchpflügte Naherholungsgebiete stehen einem renommierten Festival mit großartigen Musikern, ausgelassener Stimmung und zusätzlichen Lastzügen Ware für die angrenzenden Supermärkte gegenüber.

Zur Infoveranstaltung am 10. Juni kann jeder, der an der Idee des Festivals interessiert ist, kommen, seine Fragen, Begeisterung aber auch Bedenken äußern. Wie wirkt sich z.B. Deutschlands größtes Festival auf die Attraktivität unserer lokalen Festivals wie das HORST aus? Werden die Gladbacher vergleichen und auswählen? Mit Rock im JHQ würde die Stadt einen kommerziellen Festival, das sich mit hohen Eintrittsgeldern teure Bands leisten kann, einer Festivalinitiative zum Nulltarif des gemeinnützigen Vereins schon Konkurrenz machen. Wie weit verdrängt der kommerzielle Musikmarkt mit seinen Megaevents eigene Nonprofit Festivals und Initiativen in der Stadt?

Es bewegt sich viel – aber in aller Euphorie sollten auch die Konsequenzen bei den Verhandlungsführern sachlich und verantwortlich zum Wohle der Bürger verhandelt werden und nicht allein die marktwirtschaftlichen Gewinne vordergründig sein.

Smartphone oder Taschenbuch, Herr Eberl?

Smartphone oder Taschenbuch, Herr Eberl?

Die Begeisterung für das Buch hat nicht nur der Sportdirektor von Borussia Max Eberl als Schirmherr der „Lesewoche“ an der Gesamtschule Hardt feststellen können – auch die neue Kinder-Medien-Studie 2017* kann dies bestätigen: Trotz Smartphone: Kinder lesen klassisch! Die Kinder-Medien-Studie untersucht unter anderem das Medienverhalten von Kindern und welche Rollen Eltern und Freunde spielen. Dabei haben auch Prominente Vorbildfunktion. Ein…

Perspektive Traumberuf

Perspektive Traumberuf

Das Ergebnisse der Bildungsstudie über das Bildungsniveau von Grundschülern (Studie IQB-Bildungstrends) war vorhersehbar und lässt die Tatsache, dass heute immer mehr junge Menschen beim Übergang in Ausbildung oder Studium scheitern, noch einmal dramatischer erscheinen. Jeder Dritte bricht heutzutage sein Studium oder seine Ausbildung ab. Was könnten die Gründe sein?

Scrollen oder nicht scrollen

Scrollen oder nicht scrollen

Dass dieser Beitrag überhaupt zu Ende gelesen wird, ist eher unwahrscheinlich. Vier Screen-Seiten sind da die magische Grenze, wo auch der geduldigste Leser die Lust verliert.

PICTERVIEW

PICTERVIEW

Eine Frage – Ein Bild. Keine langen Dialoge, sondern 10 Fragen mit jeweils einem Bild beantwortet. „Picterview“ – Die wahrscheinlich kürzeste Form eines Interviews

Die Hoffnung ist größer als die Angst

Die Hoffnung ist größer als die Angst

Seit Jahrzehnten galt Polen als Auswanderungsland. Mit der Ukraine-Krise ändert sich das – gegen den Willen der Regierung? Die Hoffnung ist größer als die Angst from GLOCAL FILMS on Vimeo. Der Herbst bricht an. Nach dem goldenen Sommer 2014 wollen es einige, wichtige Politiker im Bundestag noch nicht wahrhaben, dass nun komplizierte Zeiten anstehen. Es…

Work in progress

Work in progress

Vorurteile, Stimmungsmache oder was ist wirklich dran an dem Bild, wie Polen zum Flüchtlingsthema steht. Wie denkt die polnische Bevölkerung über Intergration, wie geht sie heute damit um, wie fühlen sich Flüchtlinge im Land und welche geschichtliche Bedeutung hat das Thema Flucht in Polen? An diesen Fragestellungen arbeiten gerade Lea und Max in ihrem trinationalen Team während des zweiten Workshops…

EU Programm statt EU Flat

EU Programm statt EU Flat

Europa hat mehr zu bieten als nur Verbrauchervorteile oder Bananen-Wiege-Verordnungen. Die Europäische Union braucht jedoch mehr denn je ein Konzept für die Zukunft. Sie darf nicht nur bewahren, sondern muss auch Visionen entwickeln, wie junge Menschen in Zukunft leben wollen und internationale Chancen nutzen können.

Weg in den Erdogan-Staat

Weg in den Erdogan-Staat

Vor über zehn Jahren begannen die offiziellen Beitrittsverhandlungen, seit drei Jahrzehnten steht der türkische EU-Mitgliedschaftsantrag im Raum und mehr als 50 Jahre wird über engere Kooperation gesprochen: Der angestrebte EU-Beitritt der Republik Türkei beschäftigt und belastet die Beziehungen zwischen Europa und Ankara seit jeher. Reformer näherten die Türkei einst an die Europäer an. Doch es…

„Ich bin nicht arrogant, geb mich aber nur mit dem Besten zufrieden.“

„Ich bin nicht arrogant, geb mich aber nur mit dem Besten zufrieden.“

Am Donnerstagabend hatte der Literaturkurs der Q1 eine Poetry Slam Veranstaltung. Und diese mit Erfolg.

Die Scheinwelt des Eurovision

Die Scheinwelt des Eurovision

KRIEG ich endlich mal FRIEDEN? Wenn am Samstag die 62. Ausgabe des Eurovision Song Contest über die Bühne geht, dann wird das kein normaler Gesangswettbewerb. Der langjährige Grenzkonflikt zwischen Russland und dem Gastgeberland Ukraine macht den diesjährigen ESC zu einer politischen Großveranstaltung von hoher Brisanz. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Siegerlied der ukrainischen Krimtatarin Jamala…

Jugendliche wählen jetzt schon.

Jugendliche wählen jetzt schon.

Bei der Juniorwahl im Mai simulieren Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse aus 261 Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl, die regulär am Sonntag, dem 14. Mai 2017 stattfindet. Bei der Juniorwahl haben die Jugendlichen ebenfalls zwei Stimmen und die Auswahl zwischen allen Parteien, Wahlkreiskandidatinnen und -kandidaten, die auch bei der regulären Landtagswahl antreten.

Dokumentarfilmworkshop in der Ukraine

Dokumentarfilmworkshop in der Ukraine

Frau Merkel reist nach Russland, um mit Herrn Putin über die aktuelle politische Lage im Gespräch zu bleiben. Lea und Max reisten für eine Woche zu Gesprächen in die Ukraine, um im Rahmen eines Dokumentarfilmprojektes mit Binnenflüchtlingen zu reden und die aktuellen Probleme des Landes zu verstehen.

Umsonst und draußen zum 3. Mal

Umsonst und draußen zum 3. Mal

Am 10. Juni wird es mal wieder laut in Hardt. Grund dafür ist das HardtBeat-Festival, das in diesem Jahr zum dritten Mal unter freiem Himmel stattfindet.

Übersiedler – oder Flüchtling im eigenen Land?

Übersiedler – oder Flüchtling im eigenen Land?

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Die Medien berichten oft nur über die Flüchtligskrise in Westeuropa. Dabei zählt der Flüchtlingsstrom in der Ukraine zu den gewaltigsten in Europa seit dem Jugoslawienkrieg. Ein junges trinationales Team beschäftigt sich gerade in einem Dokumentarfilmworkshop in Riwne (Ukraine) mit der Thema der militärischen Auseinandersetzung…

Etwas Besseres als den Tod findet man immer.

Etwas Besseres als den Tod findet man immer.

Kein Märchen, sondern die Motivation vieler Menschen damals und heute, ihre Heimat zu verlassen. Flucht ist kein neues Phänomen, im Gegenteil. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte gibt es stets Verfolgung und Flucht auf der einen und Schutz und Asyl auf der anderen Seite.