Schwein gehabt?

Fleischtheke
Foto: Manuela-Maria Rieke

Die wichtigsten Lebensmittel gibt es in Russland in jedem Supermarkt. Doch das gilt nicht für alle Grundnahrungsmittel wie z.B. Milch, Brot oder Butter. Auch die Einfuhr von Schweinefleisch ist betroffen. Eine Bloggerin aus Moskau zeigt, wie sich die Sanktionen im Alltag zeigen.
Seit dem 7. August nimmt Eva Mala ihre Follower auf ihrer Facebookseite mit, wenn sie einkauft. Denn seit diesem Tag hat Russland westliche Agrar- und Lebensmittelprodukte mit einem Importverbot belegt. Während ihrer Einkäufe zeigt sie die Regale der russischen Supermärkte, ihren Speiseplan und lässt auch den Blick in ihren Kochtopf zu. Sie findet, dass weder westliche noch russische Medien die Situation richtig darstellen und bietet mit ihrem 365-Tage-Buch jedem die Gelegenheit, sich ein Bild zu machen.

Bald kann sich der Standpunkt selbst vor Ort informieren, denn dann darf ein Redaktionsteam das Auslandsbüro vom SPIEGEL in Moskau besuchen. Die Redaktion hat diese Reise beim letzten SPIEGEL Wettbewerb im Juni mit dem Gesamtsieg gewonnen.

Das Handelsblatt schreibt:“Der Einfuhrstopp soll ein Jahr lang dauern und betrifft Milch- und Fleischprodukte sowie Obst und Gemüse. Kreml-Chef Wladimir Putin erließ das Dekret als Sanktion gegen die EU, USA, Kanada, Norwegen und Australien. Diese Länder hatten zuvor Russland den Zugang zu ihren Finanzmärkten erschwert, künftige Waffenexporte gestoppt und Einreiseverbote gegen mehrere Politiker verhängt. Grund dafür war Russlands Verhalten im Ukraine-Konflikt. Der Westen sieht die Angliederung der Krim an Russland als eine Verletzung des Völkerrechts. Die russische Tageszeitung „Vedomost“ berichtet, dass Russland seine Sanktionen ausweiten könnte. Künftig könnte auch die Einfuhr westlicher Autos teilweise oder vollständig gestoppt werden.

Die Bloggerin Eva Mala hat sich von Anfang an für die Berichterstattung der Medien über das Importverbot von Lebensmitteln interessiert. Dabei kam sie zu dem Schluss: Weder westliche noch russische Medien stellen die Situation richtig dar. Russland behaupte, der Einfuhrstopp sei eine Chance für die einheimischen Bauern. Der Westen wiederum habe oft keine Journalisten vor Ort und stelle deshalb Vermutungen über die Lage in den Supermärkten an. „Ich fühle mich verantwortlich, den Menschen zu zeigen, wie es wirklich ist“, sagt Mala, die in Moskau lebt und dort Sprachunterricht gibt.

Deshalb gründete sie am 8. August die Facebook-Seite „365 days of russian ban on food“. Auf Deutsch: 365 Tage russisches Einfuhrverbot für Lebensmittel. Dort dokumentiert die Tschechin mit russischen Wurzeln alle ihre Mahlzeiten für ein Jahr mit einem Foto und einem kurzen Text. So möchte sie zeigen, wie sich ihre Essgewohnheiten durch die Importverbote ändern. Bislang sind es nur ein paar hundert Menschen, die ihre Seite verfolgen. Sie kommen hauptsächlich aus Deutschland, Tschechien und den USA.

Besonders betroffen durch den Einfuhrstopp sei das Angebot von frischem Fleisch, Brot, Käse und manchen Obst- und Gemüsesorten. „Es war allerdings schon immer schwierig Fleisch und Brot in guter Qualität zu kaufen“, erzählt Mala. Nun bleiben die Regale in Noginsk immer wieder mal leer. In Moskau sehe dies vielleicht anders aus. „Aber Russland besteht nicht nur aus Moskau“, sagt Mala.“

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