Was würde Bach dazu sagen?

Das „Kunstwerk“ liegt auf den ersten Blick etwas abgelegen und ist dennoch einer der angesehensten Veranstaltungsorte in Mönchengladbach. Wenn es die Künstler und Comedians des Landes nach Mönchengladbach zieht, dann meistens in die umfunktionierte Industriehalle in Wickrath. Kronleuchter wechseln sich hier mit Diskokugeln ab und die Kelleratmosphäre des Ziegelsteinbaus wirkt durch die kreative Einrichtung dennoch stilvoll und gehoben. Scheinbar Gegensätzliches zusammenführen: Das ist den Veranstaltern dabei ausgesprochen gut gelungen und an diesem Abend auch das Ziel des stattfindenden Events. Clubgänger und Klassikliebhaber trafen sich am 21. November im Roten Krokodil, um für gegenseitige Aufmerksamkeit zu werben.

Der Talkabend unter dem Motto „Bach im Club – Das klassische Missverständnis“ ist eine Veranstaltung des ClubbingClassic-Musikfestivals. Schon in der Organisation des Events zeigt sich sein experimenteller Charakter. Getragen wird das Projekt von einem jungen Team, das durch professionelle Workshops in den wichtigen Bereichen der Festivalplanung begleitet wird. Ziel ist es, im Sommer 2015 ein Festival zu schaffen, das Clubgänger und Klassikliebhaber gleichermaßen begeistert. Das Ergebnis der monatelangen Vorbereitung zeigte sich am Freitagabend auf der ersten Kick-Off-Veranstaltung. Musikexperten und Festivalinitiatoren diskutierten während des knapp zweistündigen Talks über eine Musikvermittlung, die über Grenzen hinausgeht und schafften es dabei auch selbst, bestehende Konventionen aufzubrechen.

Die Jugend hat es eigentlich noch nie leicht gehabt. Während die heranwachsende Generation sich ständig mit den Herausforderungen des Erwachsenenlebens konfrontiert sieht, werden auch mit starker Regelmäßigkeit hohe Ansprüche gestellt. Diese gehen schließlich mit einer die Jahrzehnte überdauernden Kritik an jugendlichen Geschmäckern einher. Zu laut, zu monoton, zu stumpf. Die Musik macht da keine Ausnahme. Auf der Gegenseite sieht es ganz ähnlich aus. Selten identifizieren sich Jugendliche mit klassischen Künstlern. Der Austausch und offene Dialog während des Talkabends zeigte eines jedoch sehr stark. Erstens sind derartige Gegebenheiten längst nicht immer zutreffend und zweitens müssen sie erst recht nicht so bestehen bleiben.

Laura Iglesias aus dem jungen Organisationsteam moderierte den Talk gemeinsam mit WDR-Moderatorin Astrid Linn. Sie verbindet schon seit vielen Jahren Emotionen mit der klassischen Musik, oft ebenjene, die von Clubmusik nicht angesprochen werden können. Klassische Klänge könnten elektronische daher ausgezeichnet ergänzen, da jede Musik etwas bietet, was der anderen fehlt. Für den Musikwissenschaftler und Talkgast Prof. Dr. Dr. Kalisch hat es eigentlich nie einen Gegensatz gegeben, da schon Bach mit klassischen Konventionen gebrochen hat. Den Versuch, die sogenannten Sparten der ernsten (E-Musik) und unterhaltenden Musik (U-Musik) zusammenzuführen, gibt es schon lange. Philipp Maiburg, Organisator und musikalischer Leiter des Open Source Festivals, hält das für eine der wichtigsten Aufgaben, um von einem Schubladendenken wegzukommen. Beide „Welten“ müssten dabei auch bereit sein, aufeinander zuzugehen. Ohne eine Bereitschaft zum Austausch geht es nicht. Dazu zählen laut Korbinian Groll, DJ und Künstlervertreter Geist Agency, beispielsweise eine lockere Atmosphäre im Konzertsaal. Auf der anderen Seite aber auch eine größere Akzeptanz für ungewohnte Clubgänger. Dass Kulturvermittlung nicht immer direkt offene Türen einrennt, weiß Ulla Heinrich, Initiatorin des Horst Festivals, aus eigener Erfahrung. Sie hat Kulturvermittlung studiert und weiß daher, dass eine träge Haltung durch Gewohnheit schnell zu Verschränkungen beim Publikum führt. Daher müsse man seine Zielgruppe auch schon mal herausfordern und provozieren. Wie schafft man es nun jedoch, eine gemeinsame Zugangsmöglichkeit zu finden?  Wie schafft man es, Vorurteile aus dem Weg zu räumen und sich von Zwängen zu lösen? Ein Ansatz ist das gleiche Ziel, das durch die Musik erreicht wird. Der gemeinsame Nenner findet sich, so auch Peter Landmann, Ministerium Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, in der Verbindung durch Emotionen. Ein gegenseitiges Verständnis wird daher am besten über gemeinsame musikalische Erfahrungen erreicht.

Der Talkabend im Roten Krokodil war die erste von mehreren Kick-Off-Veranstaltungen. Den Höhepunkt begründet das Musikfestival am 26. September 2015 mit namhaften Live-Acts und erneut auch mit spannenden Diskussionen.

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Dass dieser Beitrag überhaupt zu Ende gelesen wird, ist eher unwahrscheinlich. Vier Screen-Seiten sind da die magische Grenze, wo auch der geduldigste Leser die Lust verliert.

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