KI nutzen, selbst denken: Rückblick auf ein newSroom-Gespräch über Chancen und Risiken

Donnerstag, 17 Uhr, Zentralbibliothek Mönchengladbach. Auf dem Weg zum newSroom Gespräch im Wandelsaal fallen sofort die vielen Jugendlichen an Tischen oder in kleinen Sitzgruppen auf . Manche diskutieren miteinander, andere arbeiten konzentriert an ihren Laptops oder Tablets. Einige lesen oder schreiben in ihre Collegeblöcke. Witzig ist, dass überwiegend mathematische Formeln und Erklärversuche zu sehen und zu hören sind. Es scheint, als würde am nächsten Tag in ganz Mönchengladbach eine Mathearbeit geschrieben:)

Wir von der Redaktion sind an diesem Nachmittag zum newSroom-Gespräch im Wandelsaal verabredet. Acht Redakteur*innen sowie Lehrende und Medien-Expert*innen aus Schule und Hochschule werden dabei sein. Vier Redakteurinnen mussten kurzfristig absagen, weil auch bei ihnen die Vorbereitung auf eine Mathearbeit Vorrang hatte. Doch an Schüler*innen mangelt es im Raum nicht. Schon während wir unsere Gesprächsrunde aufbauen, werden wir neugierig gefragt, was hier gleich passieren soll.

Genau das ist es, was wir mit unseren newSroom-Gesprächen erreichen möchten: nämlich neugierig machen, Menschen miteinander auf Augenhöhe  ins Gespräch bringen und Raum für unterschiedliche Perspektiven und Meinungen schaffen. Vielleicht entstehen so Erkenntnisse und Lösungsansätze, um herausfordernde Aufgabenstellungen zu begegnen.

Beim Thema KI und Medien scheint das Interesse nicht nur im Raum bei den Jugendlichen besonders groß zu sein. Denn nach und nach verstummen die Gespräche. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf unsere Runde. Wenige Minuten später nehmen einige der zunächst neugierigen Beobachterinnen und Beobachter das Angebot an, sich dazuzusetzen, eigene Erfahrungen einzubringen und mitzudiskutieren.

Digital zugeschaltet sind außerdem Charlotte aus Ghana, Elif aus Neuss und Sina aus Moers. Ob es ein Zeichen war, dass ausgerechnet bei einem Gespräch über KI und Medien die Technik nicht ganz mitspielte? Wir konnten die drei zwar hören, aber nicht alle auf der Beamerleinwand sehen. Dem Gespräch und seinen Inhalten hat das jedenfalls keinen Abbruch getan.

Im Gegenteil, es wurde schnell deutlich, wie viele Fragen, Erfahrungen und unterschiedliche Einschätzungen es rund um Künstliche Intelligenz und Medien gibt. Und dass es gerade bei diesem Thema keine einfachen Antworten gibt.

Übrigens: Auch bei diesem Beitrag hat Künstliche Intelligenz mitgeschrieben. Mit ihrer Unterstützung konnten wir das Gespräch zeitnah aufbereiten und veröffentlichen. Denn wer schon einmal versucht hat, aus seitenlangen Mitschriften und einzelnen Audionotizen einen nachvollziehbaren und gut lesbaren Text zu machen, weiß: Das kann einige Stunden, manchmal sogar Tage dauern. Und wir wollten euch gerne noch vor der heute Abend stattfindenden Podiumsdiskussion im Rahmen der Gesprächsreihe „4 Feiertage für ein junges Mönchengladbach“ zum Thema „Immer online“ über unsere Gedanken informieren. Und wir möchten die Inhalte für unsere Weiterarbeit am Thema strukturiert archivieren, um zur gegebenen Zeit darauf zurückgreifen zu können.

Wichtig ist uns dabei die Transparenz: Die inhaltliche Grundlage für diesen Beitrag stammt von uns. Unser Prompt war bereits inhaltlich strukturiert und ausführlich vorformuliert, aber ohne stilistische und grammatikalische Beachtung. Die KI hat vor allem dabei geholfen, die Sprache zu glätten und den Text lesbarer zu machen. Die Aussagen und Inhalte wurden dabei nicht einfach von der KI erfunden oder durch eigene Positionen ersetzt. Wir haben darauf geachtet, dass die unterschiedlichen Perspektiven und Gesprächsbeiträge korrekt wiedergegeben werden.

Genau darüber haben wir auch in unserer Runde gesprochen: KI sollte nicht grundsätzlich verteufelt werden. Entscheidend ist, dass wir ihren Einsatz transparent machen und unterscheiden, was von Menschen kommt und wobei die Technik unterstützt hat. Denn das analoge Gespräch, die Inhalte, Erfahrungen, Gedanken und die Kreativität dieses Beitrags sind menschengemacht. Wir wollen unsere eigene Intelligenz nicht an die KI abgeben. Aber wir können ihre technischen Fähigkeiten gezielt, kompetent und unter unserer Kontrolle nutzen. Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erkenntnisse aus unserem newSroom-Gespräch. 

Lest rein und lasst uns gerne auch eure Erfahrung und Meinung da. Schreibt uns unter: redaktion@standpunktonline.com

Das newSroom Gespräch setzte sich intensiv mit den Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz unterschiedlichen Perspektiven von Schüler*innen, Lehrkräften, Medienpädagogik , Wissenschaft und Journalismus auseinander. Ein Schwerpunkt lag auf dem Einsatz von KI in der Schule. Während KI neue Lernmöglichkeiten bietet und individuelles Feedback ermöglichen kann, fehlen vielerorts klare Konzepte, technische Ausstattung und Fortbildungen. Einigkeit bestand darin, dass Verbote keine Lösung sind. Stattdessen müssen Schüler*innen lernen, KI kritisch und verantwortungsvoll einzusetzen und ihre Ergebnisse zu hinterfragen. Nicht ob wir KI nutzen, sondern wie wir mit ihr umgehen, ist entscheidend.
KI sollte ein unterstützendes Werkzeug bleiben, während kritisches Denken, Kreativität, Eigenständigkeit und menschliche Verantwortung erhalten bleiben.Auch die Arbeitswelt wird sich durch KI verändern. Während einige Tätigkeiten wegfallen könnten, entstehen neue Möglichkeiten und Berufsbilder. Entscheidend werden künftig Kreativität, Flexibilität, Eigeninitiative und lebenslanges Lernen sein. Kritisch diskutiert wurde außerdem die Auswirkungen sozialer Medien und digitaler Technologien auf Konzentration, Kreativität und eigenständigem Denken. Die zunehmende Nutzung von KI und sozialen Plattformen birgt auchdie Gefahr, dass Menschen die eigene Ideenfindung und analoge Kommunikation vernachlässigen. Gleichzeitig kann ein bewusster Verzicht auf digitale Geräte neue Freiräume für eigene und neue Denkansätze schaffen.
Die Verantwortung für Medienkompetenz liegt dabei nicht allein bei Jugendlichen, sondern ebenso bei Eltern, Schulen, Politik und Plattformbetreibern. Gefordert sind Aufklärung, Begleitung und geeignete Rahmenbedingungen statt pauschaler Verbote. Das Gespräch und die vielen unterschiedlichen Perspektiven liefern zugleich wichtige Impulse für die weitere Arbeit der Redaktion. Aus dem Austausch entstehen neue Ideen für journalistische Recherchen, Formate und Themenvertiefungen. Die angesprochenen Fragestellungen bieten Anknüpfungspunkte, um einzelne Aspekte weiterzuverfolgen, neue Blickwinkel einzunehmen und die Diskussion in weiteren Beiträgen und Projekten fortzuführen.

Der ausführliche Bericht über das ganze Gespräch: