Vom 13. bis 19. April 2026 dreht sich in Mönchengladbach alles um eure Gesundheit und besonders um ein Thema, das euch jeden Tag betrifft: Ernährung. Der Beitrag „Brainfood statt Zuckerschock“ zeigt, wie stark das, was ihr esst, euren Schulalltag beeinflusst: Viele Schüler*innen fühlen sich durch ungesundes oder einseitiges Schulessen weniger konzentriert und energielos, während ausgewogene Ernährung echte Power fürs Lernen bringt. Die Kinder- und Jugendgesundheitswoche lädt euch ein, eure Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Es geht um Bewegung, Fitness, Erste Hilfe und vor allem um ein Thema, das euch jeden Tag betrifft: Essen. Denn was ihr esst oder eben nicht esst, merkt ihr sofort im Schulalltag. Ein besonderes Highlight ist die Schnippeldisko am 17. April 2026 in der Zentralbibliothek: Gemeinsam mit Initiativen wie Slow Food und foodsharing wird geschnippelt, gekocht, getanzt und probiert.
Schule und Essen – das geht oft gar nicht.

Viele Jugendliche verbringen rund 39 Stunden pro Woche in der Schule. Das bedeutet, dass ein großer Teil ihrer Ernährung genau dort passiert. Das ist mehr Zeit als mit der Familie. Bedeutet auch, dass mindestens eine oder zwei Mahlzeiten dort stattfinden. Trotzdem ist das Angebot oft nicht so gesund, wie es sein könnte. Das zeigt auch der Beitrag und die Projektarbeit „Wie nährstoffreich ist Schule?“ von Oliver Ortlinghaus, die 2024 auf Standpunkt online ging.
Pommes, Nudeln, wenig Auswahl
Und vor allem: wenig Begeisterung. Wer mit Schüler*innen über das Essen in der Schule spricht, bekommt selten Lob zu hören. Doch wie schlecht ist das Angebot tatsächlich? Und welche Rolle spielt Ernährung im Schulalltag wirklich? Eine aktuelle schulinterne Umfrage aus dem März 2024 liefert dazu aufschlussreiche und teilweise ernüchternde Ergebnisse.
Die Datengrundlage ist solide: Insgesamt nahmen über 750 Schüler*innen aus den Jahrgangsstufen 5 bis Q2 an der Befragung teil, mit Rücklaufquoten zwischen 72 und knapp 80 Prozent . Ergänzt wurden die Ergebnisse durch die Einschätzungen von 73 Lehrkräften. Die hohe Beteiligung zeigt: Das Interesse an Schulzufriedenheit und damit auch am Thema Essen ist groß.
Die Umfrage unter den Befragten der Jahrgangsstufen 5 bis 13 einer Gesamtschule zeigt, dass viele Befragte das Essen nur in den unteren Jahrgangsstufen als ausreichend empfinden, aber nicht unbedingt als gesund oder passend. Stress durch kurze Pausen kommt noch dazu. Und obwohl es Regeln für Schulessen gibt, orientieren die sich nicht immer an dem, was wissenschaftlich wirklich gut für den Körper ist. Besonders problematisch: Die Umfrage lässt erkennen, dass gesunde Ernährung im Schulalltag keine zentrale Rolle spielt. Weder wird das Angebot klar als „gesund“ wahrgenommen, noch scheint es bewusst danach ausgewählt zu werden. Stattdessen dominieren offenbar einfache, schnelle und oft weniger ausgewogene Gerichte.
Vieles deutet darauf hin, dass Schulessen eher als notwendige Versorgung denn als positives Erlebnis wahrgenommen wird.
Das ist bemerkenswert, denn schließlich verbringen Schüler*innen einen Großteil ihres Tages in der Schule. Ernährung könnte hier ein zentraler Faktor für Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden sein. Gerade in Zeiten, in denen Ernährung immer stärker mit Gesundheit, Nachhaltigkeit und Bildung verknüpft wird, wirkt das Angebot an vielen Schulen erstaunlich uninspiriert. Wenn Schule mehr sein soll als ein Ort des Lernens, also auch ein Lebensraum ist, dann muss auch das Essen mehr sein als nur „okay“.
Das Problem ist, dass viele Angebote – ob in der Mensa, im Schulkiosk oder in einer nahegelegenen Bäckerei – eher schnell und praktisch sind als wirklich gesund. Viel Zucker, viel Fett, wenig frische Zutaten. Gleichzeitig fehlen Pausen oder sind oft kurz und stressig, sodass viele entweder hastig essen oder ganz darauf verzichten.
Was passiert, wenn ihr nicht richtig esst
Wenn ihr den ganzen Tag kaum oder gar nichts esst, passiert im Körper ziemlich viel. Der Blutzuckerspiegel sinkt. Das bedeutet weniger Energie für das Gehirn. Laut der Deutsche Gesellschaft für Ernährung braucht das Gehirn kontinuierlich Glukose, um richtig zu funktionieren. Kurzfristig merkt ihr das sofort: Ihr könnt euch schlechter konzentrieren, Ihr seid schneller gereizt oder müde, Ihr bekommt Kopfschmerzen, Ihr fühlt euch schlapp oder zittrig
Studien zeigen, dass regelmäßige Mahlzeiten die Aufmerksamkeit und die Gedächtnisleistung verbessern. Das bestätigt auch die World Health Organization, die Ernährung direkt mit schulischer Leistungsfähigkeit verbindet.
Wenn ihr gar nichts esst, kann es sogar zu Kreislaufproblemen kommen. Gerade in langen Schultagen ohne richtige Pause ist das keine Seltenheit.
Zucker statt Power – warum das nicht funktioniert
Vielleicht denkt man, ein Schokoriegel oder ein süßes Getränk hilft schnell. Stimmt auch, aber nur ganz kurz. Zucker lässt den Blutzucker schnell ansteigen, danach fällt er genauso schnell wieder ab. Das nennt man Blutzucker-Crash. Laut dem Robert Koch-Institut führt dieser Wechsel zu Leistungseinbrüchen und Müdigkeit.
Das merkt ihr im Unterricht direkt. Erst seid ihr kurz wach und aktiv. Dann werdet ihr plötzlich müde. Ihr könnt euch kaum noch konzentrieren. Ihr habt schneller wieder Hunger. Deshalb sind stark verarbeitete Snacks keine gute Lösung für den Schulalltag.
Die Realität an Schulen
Die Umfrage aus Mönchengladbach zeigt, dass viele Schülerinnen und Schüler das Schulessen nicht als wirklich gesund empfinden. Gleichzeitig essen über 80 Prozent zu wenig Obst und Gemüse. Das bestätigen auch Zahlen des Robert Koch-Institut. Nur ein sehr kleiner Teil erreicht die empfohlenen Mengen. Obst und Gemüse liefern aber genau die Nährstoffe, die ihr für Energie, Wachstum und Konzentration braucht. Wenn Schule hier nicht unterstützt, wird gesunde Ernährung schnell zur Ausnahme statt zur Regel.
Euer Körper braucht regelmäßige Mahlzeiten mit guten Nährstoffen. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn geben euch langfristige Energie. Eiweiß hilft beim Aufbau und bei der Konzentration und Vitamine und Mineralstoffe aus Obst und Gemüse halten euch fit. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mehrere ausgewogene Mahlzeiten am Tag, besonders für Kinder und Jugendliche.
Selber machen ist die einfachste Lösung
Auch wenn das Angebot in der Schule nicht gesund ist, könnt ihr selbst etwas tun. Gerade jetzt rund um Ostern ist eine gute Gelegenheit, neue Ideen auszuprobieren. Ein einfacher, gesunder Osterbrunch zeigt, dass es weder kompliziert noch langweilig sein muss. Ein Obstsalat mit Joghurt bringt schnell Energie und Gemüsesticks mit Dip sind perfekt für zwischendurch. Ein Omelett mit Gemüse hält zum Beispiel lange satt und wenn ihr euch selbst etwas vorbereitet, habt ihr automatisch eine gesündere und kostengünstigere Wahl als der schnelle Snack vom Kiosk. Und für die Schulzeit nach den Ferien gibt’s noch ein echtes Highlight: die Schnippeldisko am 17. April 2026 in Kooperation mit Slowfood in der Zentralbibliothek Mönchengladbach im Carl Brandts Haus.
Hier wird gemeinsam gekocht, getanzt und gegessen. Zusammen mit foodsharing Mönchengladbach werden Lebensmittel gerettet und zu gesunden Gerichten verarbeitet. Ihr erlebt direkt, wie einfach gutes Essen sein kann und dass es sogar Spaß macht. Ferienzeit ist auch Zeit Neues zu entdecken.
Hier ein paar einfache Rezepte zum Nachmachen und Probieren zusammen mit der Familie, mit Freunden oder auch alleine. Nicht nur als gesunder Pausen-Snack geeignet, sondern auch für ein leckeres Osterfrühstück!
Wrap mit Frischkäse und Crunch-Gemüse


Zutaten: Tortilla Wrap, Frischkäse, Gurke, Paprika, Karotte, Salz und Pfeffer. Zubereitung: Frischkäse auf den Wrap streichen. Das Gemüse in dünne Streifen schneiden und darauf verteilen. Leicht würzen, einrollen und in zwei Hälften schneiden. Warum gut: Frisch, knackig und sättigend, ideal für lange Schultage
Joghurt-Becher mit Obst und Crunch


Zutaten: Naturjoghurt, Haferflocken oder Müsli, frisches Obst, etwas Honig. Zubereitung: Joghurt in ein Glas geben, Obst klein schneiden und darauf schichten, anschließend Müsli darüber geben und nach Wunsch etwas Honig hinzufügen. Warum gut: Liefert schnelle und gleichzeitig langanhaltende Energie ohne starken Zuckerschwankungen
Bananen-Pancakes


Zutaten: 1 Banane, 2 Eier, etwas Haferflocken. Zubereitung: Banane zerdrücken und mit den Eiern und Haferflocken vermischen. Kleine Portionen in einer Pfanne ausbacken, bis sie goldbraun sind.. Warum gut: Natürlich süß, ohne zugesetzten Zucker und gut vorzubereiten
Gemüsesticks mit Dip


Zutaten: Karotten, Gurken, Paprika, Naturjoghurt, Kräuter. Zubereitung: Gemüse in Sticks schneiden. Joghurt mit Kräutern und etwas Salz verrühren und als Dip dazugeben. Warum gut: Leicht, frisch und reich an Vitaminen
Vollkornbrot mit Avocado und Ei


Zutaten: Vollkornbrot, Avocado, gekochtes Ei, Salz und Pfeffer. Zubereitung: Avocado zerdrücken und auf das Brot streichen. Das Ei in Scheiben schneiden und darauflegen, anschließend würzen. Warum gut: Sättigt lange und unterstützt die Konzentration



Apfel-Sandwich mit Erdnussbutter
Zutaten: Apfel, Erdnussbutter, optional Nüsse oder Rosinen. Zubereitung: Apfel in Scheiben schneiden, mit Erdnussbutter bestreichen und jeweils zwei Scheiben zusammenlegen. Warum gut: Süß, knackig und eine gesunde Alternative zu klassischen Snacks
