Wenn die Stadt zum Spiegel wird

Wie nehmen wir unsere Stadt wahr? Was sehen wir, wenn wir durch Straßen laufen, an Glasfassaden vorbeigehen oder in Schaufenstern unser eigenes Spiegelbild entdecken? Und was passiert, wenn wir die Realität nicht einfach darstellen, sondern neu zusammensetzen, verfremden und künstlerisch interpretieren?

Genau darum geht es im Workshop „Stadt im Austausch – Expressionistische Spiegelwelten“, den junge Medienmacher*innen gemeinsam mit dem Design-Campus in Kooperation mit der Stadtbibliothek Mönchengladbach gestalten. Ausgangspunkt sind die Werke berühmter Expressionisten wie Paul Klee, August Macke, Robert Delaunay und Ernst Ludwig Kirchner. Künstler also, die die Welt nicht so zeigen wollten, wie sie aussieht, sondern wie sie sich anfühlt.

Auch heute leben wir in einer Zeit voller Eindrücke, Widersprüche und Veränderungen. Unsere Städte verändern sich, digitale Medien prägen unseren Blick auf die Welt und gesellschaftliche Debatten spiegeln sich im Alltag wider. Der Expressionismus wirkt deshalb überraschend aktuell: Er fragt danach, wie Menschen ihre Umgebung erleben, welche Gefühle Städte auslösen und wie Kunst helfen kann, neue Perspektiven sichtbar zu machen.

Im Workshop begeben sich die Teilnehmenden auf fotografische Entdeckungstour in und rund um die Zentralbibliothek. Sie suchen Spiegelungen in Glasfassaden, beobachten Licht, Formen und Bewegungen und verwandeln ihre Aufnahmen anschließend in ausdrucksstarke analoge und digitale Kunstwerke. So entstehen ganz persönliche Stadtbilder zwischen Realität und Fantasie.

Für die Redaktion von Standpunkt ist der Workshop gleichzeitig die Vorbereitung auf ein weiteres besonderes Kulturprojekt: den Besuch des Ballettabends „MG tanzt – Getanzte Bilder“ am 26. Juni im Theater Mönchengladbach. Dort werden expressionistische Kunstwerke nicht gemalt oder fotografiert, sondern getanzt. Farben, Formen, Emotionen und Perspektiven werden durch Bewegung, Musik und Körperausdruck auf die Bühne gebracht.

Wie lässt sich ein Bild tanzen? Welche Gefühle entstehen, wenn Kunst nicht betrachtet, sondern erlebt wird? Und welche Geschichten erzählen expressionistische Werke heute in einer Zeit zwischen Social Media, Krisen, Vielfalt und gesellschaftlichem Wandel?

Diesen Fragen wollen wir nachgehen. Wir begleiten den Workshop, sprechen mit Teilnehmenden und besuchen anschließend die Aufführung „MG tanzt – Getanzte Bilder“. Unsere Eindrücke, Interviews und Reportagen gibt es anschließend hier bei Standpunkt.