Martha meets Niklas

Niklas über seine Visionen vor dem Abitur und seinen Alltagsabgleich von der Ausbildung zum technischen Produktdesigner bis zum Ingenieurstudium. 

Wie viel hat deine LK Auswahl dir während deiner Ausbildung geholfen?
Wie würdest du deine Ausbildung im Vergleich zu deinem Studium beschreiben?
Du hast dein Abitur 2013 gemacht und unmittelbar danach deine Ausbildung begonnen. Würdest du im nach hinein genauso handeln, oder hättest du dir lieber noch etwas Zeit gelassen?
Glaubst du, dass deine Ausbildung als Technischer Produktdesigner dir bei deinem Studium als Ingenieur hilft?

Wie bist du zu diesem Studiengang und Beruf gekommen?

Ich war schon immer technikinteressiert. Dennoch habe ich mich zunächst für ein duales Studium bei der Stadt beworben. Durch einen Bekannten, der bei meinem heutigen Arbeitgeber, einem Maschinenbauunternehmen, arbeitete, erhielt ich den Kontakt zur Firma und beschäftigte mich auch mit diesem Thema. Daraufhin habe ich mich über die Tätigkeit eines Ingenieurs informiert und gemerkt, dass mir dieser Beruf auf Grund der Vielseitigkeit eher zusagte, als der doch eher trockene Job bei der Stadt.

Hast du dich schon vor dem Beginn deines dualen Studiums viel damit beschäftigt?

Natürlich habe ich mich auch vor meiner Entscheidung für ein Maschinenbaustudium und einer Ausbildung zum Technischen Produktdesigner über das Studium und die Ausbildung informiert. Für mich war es wichtig, meine Entscheidung wohl zu überlegen, da die Berufswahl im Zweifel eine Entscheidung für das gesamte Leben ist. Darum habe ich mich im Vorfeld viel mit diesem Thema beschäftigt, um herauszufinden, ob dieser Job mir ein ganzes Leben lang Freude bereiten könnte.

Welche Aspekte waren bei der Berufswahl für dich entscheidend?

Für mich gibt es mehrere Aspekte. Der wichtigste ist meiner Meinung nach die Freude am Job. Damit ist nicht gemeint, dass der Job immer Spaß machen muss, aber er sollte für einen interessant sein, um seine Freude am Job insgesamt nicht zu verlieren. Übt man einen Beruf aus, der einem über lange Zeit keine Freude bereitet, denke ich, dass sich eine derart schlechte Grundstimmung im Job auf das Privatleben auswirken kann. Das ist für mich mit das Schlimmste, was passieren kann. Wenn man wegen des Jobs sein privates Glück komplett zurückstellen muss, ist dieser Job für einen wohl kaum die richtige Wahl für sein Leben.
Mir persönlich war aber auch der finanzielle Aspekt wichtig. Geld ist im Leben sicherlich nicht alles, aber mein Wunsch ist es, in Zukunft meiner Familie ein Beschwerdefreies und gutes Leben zu ermöglichen.

Wie hast du dir damals den dualen Studiengang vorgestellt? Haben sich deine Vorstellungen bewahrheitet?

Trotz einiger Recherche im Vorfeld hatte ich keine wirkliche Vorstellung davon, wie das Studium oder der Job genau aussehen würden. Jedoch hatte ich ja einen inhaltlichen Überblick und kann bis zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass sich meine Erwartungen in Bezug auf meine Interessen voll bestätigt haben. Sowohl der Job als auch das Studium machen mir bis jetzt viel Freude und mein Interesse an der Thematik ist durch Studium und Job sogar stark gestiegen.

Welchen Bereich deines dualen Studiums findest du besonders spannend?

Besonders spannend finde ich konstruktive Arbeiten. Diese konnte ich bisher sowohl in der Ausbildung, dem Job und dem Studium ausüben. Für mich ist es wirklich hochspannend, zu erfahren, wie Technik funktioniert. Oft sehe ich Dinge im Alltag, die für uns selbstverständlich sind. Wir nehmen sie so, wie sie sind und hinterfragen gar nicht, wie das Ganze funktioniert. Doch ich habe mich schon früher oft gefragt, wieso der Kühlschrank mein Essen kalt hält, wieso mein Auto mich von A nach B bringen kann. Und durch Job und Studium kann ich mir nur sehr viele Dinge erklären und habe sogar in Zukunft die Möglichkeit, selber solche technischen Dinge zu entwickeln.

Welches Projekt fandest du in deinem Studium/Ausbildung/Beruf bisher am interessantesten?

Sehr gefallen hat mir ein Projekt im Zuge meiner Ausbildung. Dort hatte ich die Aufgabe, eine Vorrichtung zu konstruieren, die für angehende Auszubildende Pneumatik veranschaulichen sollte. Was mir bei diesem Projekt so gefiel, war die Tatsache, dass die Konstruktion später auch tatsächlich gefertigt wurde. Dies war also meine erste vollständig allein erdachte und ausgearbeitete Konstruktion, die dann auch so umgesetzt wurde. Dabei war es wirklich schön zu sehen, dass sein Erdachtes nicht wie sonst nur auf dem PC zu sehen war, sondern auch so wie es geplant war in der Wirklichkeit funktioniert.

Woran arbeitest du im Moment?

Momentan bin ich im letzten Semester, bevor ich meine Bachelorarbeit starte. Das bedeutet, dass ich bis Februar noch einmal den ganz normalen Studentenalltag durchlebe, Vorlesungen besuche, Übungen durchrechne und das Gelernte im Hinblick auf die Klausuren noch einmal zu Hause nacharbeite.

Welche Tipps würdest du Schülern und Schülerinnen bezüglich der Berufswahl geben?

Wichtig ist, dass man versucht einen Beruf zu finden, in dem man seine Stärken einbringen kann, an dem man aber vor allem auch Spaß hat. Ich bin der Meinung, dass, wenn man mit Freude an einer Sache arbeitet, man diese auch gut erledigen kann.
Die Wenigsten wissen direkt nach dem Schulabschluss, noch Weniger bereits vorher, was der richtige Beruf für einen ist. Darum denke ich, sollte jeder sich erst einmal hinterfragen, was man selber gut kann und einem selber Spaß macht. Wenn man sich diese beiden Fragen beantworten kann und dazu einen Beruf findet, der beides vereinen kann, dann hat man meiner Meinung nach eine gute Basis geschaffen, um einen für sich passenden Beruf zu finden.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Nach meinem Studium möchte ich zunächst meine Erfahrungen im Berufsalltag sammeln. Ich möchte gute Arbeit leisten und mich bei meinen Vorgesetzten beweisen. Ich hoffe, dass ich in zehn Jahren eine mittlere Führungsposition, wie zum Beispiel Projekt- oder Abteilungsleiter bekleiden kann. Ich möchte eine gute Balance zwischen Job und Familie herstellen. Mein Ziel ist es, mit einem guten Job die richtige Basis dafür zu legen, dass meine Familie und ich ein sorgenfreies und gutes Leben führen können.