Illustration: Paula Vollmer

WhatApp – weil’s sonst nichts gibt?

Sicherheitslücken bei WhatsApp? Wann kauft Internet-Riese Facebook die beliebte Messenger-App auf? Und wann hat der Account-Klau bei Deutschlands größtem Nachrichten-Dienst endlich ein Ende? Tausend Fragen schwirren derzeit durch die weite Welt des Internet, immer weitere Kreise ziehen die Diskussionen um den WhatsApp Messenger. Aber Antworten gibt es bisher keine.

Das IT-News-Portal „Heise Security“ schreibt von Sicherheitsmängeln auf allen Betriebssystemen, sowohl „ComputerBild“ als auch zahlreiche andere Online-Portale melden Kettenbriefe, die von Hackern stammen sollen. Selbst von Spamnachrichten unter den Nutzern ist seit Neuestem die Rede. Die schlechten Nachrichten auf Seiten von WhatsApp schwellen nicht ab – auch das im August letzten Jahres  eingeführte verschlüsselte Senden von Nachrichten änderte daran auch nichts. Der Instant-Messenger steckt in der Krise und hat noch ein ganz anderes Problem, das auch von Facebook bereits bekannt sein sollte.

Wenn aus Daten Profit geschlagen wird

Thomas M. sitzt gerade im Zug und hört mit seinem Smartphone Musik. Gleichzeitig „chattet“ er auch mit seinem Freund Tim. Ein kurzes Aufleuchten des Displays signalisiert im gerade, dass er eine neue Nachricht bekommen hat. „Wir müssen mal wieder was unternehmen! Lass mal heute Abend ins Kino gehen.“ Es ist Tim, dessen Nachricht er nach Öffnen des Messengers lesen kann. „Nächste Haltestelle: Lingen Hauptbahnhof.“ Hier muss Thomas aussteigen, er stopft sein Smartphone hastig in die Tasche, der Zug ist schon fast zum Stehen gekommen. Zu Hause auf dem Sofa holt Thomas sein Smartphone wieder heraus. „Warum antwortest du mir denn nicht? Sag doch, wenn du keine Lust hast zu schreiben!“ Die Nachricht kommt erneut von Tim. Warum denn so ungeduldig, mag manch einer sich jetzt fragen. Die Antwort ist simpel und erschreckend. Ein kleines, grünes Doppelhäkchen unterhalb der Nachricht hat Tim angezeigt, dass sein Freund die Nachricht schon gelesen hat. Tim wird somit das Gefühl vermittelt, von seinem Freund ignoriert zu werden. Diese und noch einige weitere Funktionen wie die Ortung anhand von Nachrichten machen den Nutzer zu einem gläsernen Kunden – und werden von WhatsApp, Facebook und Co gerne als Fortschritt verkauft. Nun müsse man schließlich nicht mehr extra nachfragen, wo sich sein Chatpartner gerade aufhält, während er mit einem schreibt oder andere später nicht mehr fragen, ob sie die Nachricht erhalten haben. Zugegeben: Das hört sich eher beunruhigend an als erfreulich. Messenger-Dienste wie WhatsApp wollen damit nur eins erzielen: den unaufhaltbaren Drang befriedigen, den Datenhunger zu stillen und die Nutzer somit transparenter machen. Nicht auszudenken, was bei einer Fusion mit dem personifizierten Daten-Sammler Facebook noch alles auf die Nutzer zukommen würde.

Gibt es Auswege?

Bei all den negativen Nachrichten, die den WhatsApp Messenger  in den letzten Wochen geplagt haben, sollte man meinen, dass die Beliebtheit langsam an ihre Grenzen stößt. Doch im Gegenteil: WhatsApp erfreut sich weiterhin größter Nutzung, in Apples internem „AppStore“ erreicht die günstige Anwendung regelmäßig erste Plätze auf der Beliebtheitsskala, bei Googles Betriebssystem Android ist der Nachrichtendienst gar kostenfrei – zumindest bisher. Die Beziehung zwischen Nutzer und Anwendung ist zwiespältig – irgendwie vergleichbar mit einem alten Ehepaar in einer gescheiterten Beziehung, man versteht sich nicht, braucht sich aber trotzdem. Weil es eben keine Alternative gibt. Oder vielleicht doch? Auch die Redaktion der Schülerzeitung sieht in den kostenlosen Kurznachrichten durchaus ihre Vorteile – nur eben ohne Sicherheitslücken und andere Datenlecks. Daher haben wir Ausschau gehalten nach einer Alternative, die den Vorstellungen von einem ausreichenden Datenschutz entsprechen. Und tatsächlich! Neben dem Platzhirschen WhatsApp haben sich bereits zahlreiche weitere Messenger-Dienste in Stellung gebracht, fast schon unbemerkt. Wir haben uns überzeugen lassen und sind schließlich fündig geworden. Die alternative Anwendung „Touch“ bietet nur ein statt zwei Häkchen, die Möglichkeit des Ortens ist gar nicht erst gegeben. Wir sagen: Ein absoluter Tipp für jeden, der Datenklau und Spam-Nachrichten von Hackern genauso unakzeptabel findet wie wir!

Etwas Besseres als den Tod findet man immer.

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Kein Märchen, sondern die Motivation vieler Menschen damals und heute, ihre Heimat zu verlassen. Flucht ist kein neues Phänomen, im Gegenteil. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte gibt es stets Verfolgung und Flucht auf der einen und Schutz und Asyl auf der anderen Seite.

Deine Stimme zählt – Politiker stellen sich den Fragen der Schüler

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standpunkt magazin zum download

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Willkommen im standpunkt Magazin! In der diesjährigen Standpunkt Ausgabe präsentieren wir auf 144 Seiten einen dreidimensionalen Raum, der Platz für junges Denken schafft. 9qm Ausstellungsfläche für kulturelle und gesellschaftliche Themen — 9qm zum Kritisieren, Philosophieren und Entdecken. Unser Raum ist virtuell aber nicht zwangsläufig digital.

Habt Ihr schon zugestimmt?

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Und den Button bei den neuen Nutzungsbedingungen von Whatsapp gedrückt oder doch noch beim Runterscrollen des Kleingedruckten gezögert? Wir haben für Euch mal das Kleingeschriebene GROSS geschrieben: „Damit wir unsere Dienste betreiben und bereitstellen können, gewährst du WhatsApp eine weltweite, nichtexklusive, gebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz zur Nutzung, Reproduktion, Verbreitung, Erstellung abgeleiteter Werke, Darstellung und Aufführung der Informationen (einschließlich der Inhalte), die du auf bzw. über…

„Ich lese keine Comics. Das sind Graphic Novels“

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In den Feuilletons deutscher Zeitungen sind Graphic Novels mittlerweile unverzichtbar und auch die großen Verlagen haben sie für sich entdeckt. standpunkt empfiehlt Grafic Novels als Lektüre – nicht nur für den Strand!